Zum Wissenschaftsjahr 2018
Förderrichtlinie „Plastik in der Umwelt“

Förderrichtlinie „Plastik in der Umwelt“

Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt Wissenschaft

Förderrichtlinie „Plastik in der Umwelt“

Trotz hoher Recyclingquoten findet sich Plastikmüll überall in unserer Umwelt, auf Feldern, in Seen und Flüssen und landet schließlich zu einem erheblichen Teil in unseren Meeren. Dort werden die langlebigen Partikel durch Wind und Strömungen weltweit verteilt und zu immer kleineren Fragmenten zerbrochen.

PET-Flaschen, Kunststofffasern, Reifenabrieb und viele andere Kunststoffreste reichern sich als Makro- und Mikropartikel in unserer Umwelt an: Plastikpartikel finden sich an unseren Stränden, am Meeresboden, sogar in der Arktis und in zahlreichen Fischarten. Die tatsächliche Menge unseres „Plastik-Fußabdrucks“ oder die daraus resultierende Gesundheitsgefährdung für aquatische Lebewesen und den Menschen ist noch unklar.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung nimmt sich des Problems an und verfolgt mit der Förderrichtlinie „Plastik in der Umwelt“ das Ziel, wissenschaftliche Verfahren, Methoden, Instrumente, Begriffe zur Untersuchung von Plastik in der Umwelt zu entwickeln und zu etablieren. Im Vordergrund steht dabei die systemische Untersuchung des „Plastik-Problems“: von der Produktion, durch den Konsum, über den Transport vom Land in die Flüsse bis zum Verbleib in unseren Weltmeeren, um damit

  • ein konsistentes Bild des Gesamtproblems zu entwickeln und international zur Grundlage des Handelns zu etablieren,
  • gemeinsam mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Lösungsansätze zu identifizieren, zu entwickeln und in die Umsetzung zu bringen,
  • mit internationalen Partnern aus den wichtigsten Produktions- und Nutzungsländern Kooperationsprojekte zur Reduktion des Eintrags von Plastik in die Umwelt zu beginnen.

Das gesamte Fördervolumen beträgt ca. 28 Millionen Euro. Ab Mai 2017 starten voraussichtlich die ersten Projekte.

Gefördert werden soll insbesondere die Zusammenarbeit von Unternehmen, Zivilgesellschaft und Kommunen mit der Wissenschaft. Dies ermöglicht eine zielgerichtete Definition der gemeinsamen Fragestellung und eine schnelle Umsetzung der Ergebnisse. Relevantes Wissen wird so schneller für Entscheidungsträger in Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft verfügbar.