Handel bildet Spezialisten für den digitalen Vertrieb aus

Sie bringen den Menschen das Einkaufserlebnis direkt ins Wohnzimmer: Am 1. August 2018 starten die Auszubildenden im neuen dualen Lehrberuf Kauffrau und Kaufmann im E-Commerce mit ihrer Arbeit. Der Beruf wurde geschaffen, weil das rasante Wachstum im digitalen Handel einen hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften nach sich zieht.

Egal, ob Schuhe, Flugtickets oder Lebensmittel – Menschen kaufen immer mehr im Internet und bescheren dem Onlinehandel in Deutschland Wachstumsraten von rund zehn Prozent pro Jahr. Dadurch entsteht ein hoher Bedarf an qualifizierten online-affinen Mitarbeitenden, die zum Beispiel Fragen der Kundschaft beantworten und Waren und Dienstleistungen im Internet präsentieren.

Kaufleute im E-Commerce können in den verschiedensten Bereichen arbeiten – sei es im Einzel-, Groß- und Außenhandel oder in Dienstleistungs- und Herstellerbetrieben, die ihre Produkte online verkaufen. Reine Onlineanbieter kommen somit genauso als Ausbildungsbetrieb in Frage wie die Onlineshops von Kaufhäusern und kleineren Läden, denen das Internet neue Geschäftsmodelle eröffnet. Außerdem können die Expertinnen und Experten für digitale Vertriebskanäle beispielsweise auch im Tourismus und Handwerk, in Verkehrsbetrieben, in der Logistik, Landwirtschaft, Gastronomie oder in der Chemie-, Metall- und Elektroindustrie zum Einsatz kommen.

Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce

Beratung per Chat oder E-Mail

Wer sich zum Beispiel eine Jacke kauft, greift dabei auch im Internet gerne auf die Beratung von Fachleuten zurück, die die Ware sehr gut kennen. Wie entscheide ich mich für die richtige Größe? Wie kann ich das Kleidungsstück waschen? Und gibt es die gleiche Jacke auch in einer anderen Farbe? In E-Mails und Chats mit Kundinnen und Kunden beantworten Kaufleute im E-Commerce Anfragen zu ihren Waren und übernehmen damit Aufgaben, die in Kaufhäusern, Supermärkten und kleineren Ladengeschäften Verkäuferinnen und Verkäufer erledigen.

Doch im digitalen Handel kommt es nicht allein auf die Kundenkommunikation an: Mit detaillierten Rundum-Ansichten, lebendigen Beschreibungen und dem Angebot von passenden ähnlichen Produkten präsentieren Kaufleute im E-Commerce die Waren im Onlineshop. Dabei achten sie darauf, dass Kundinnen und Kunden in wenigen Schritten zum Kauf kommen – und können Datentransfer, Lieferung und Bezahlung jederzeit im System kontrollieren. Als bedeutendes Handwerkszeug nutzen sie Content Management Systeme, mit denen sie digitale Inhalte online darstellen und verwalten können.

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Kundschaft binden und dazugewinnen

Bedeutsam in dem neuen Ausbildungsberuf ist auch die Kommunikation innerhalb der Betriebe: Denn Kaufleute im E-Commerce arbeiten an einer Schnittstelle von vielen verschiedenen Abteilungen. Mit Einkäuferinnen und Einkäufern beispielsweise prüfen sie, welche Produkte sich gut verkaufen und welche sich eher zum Ladenhüter entwickeln. Mit Juristinnen und Juristen beantworten sie Fragen des Warenumtauschs und des Datenschutzes. Und mit Fachleuten im Marketing stimmen sie Anzeigen, Newsletter und Social-Media-Aktivitäten ab.

„Der Kunde ist König“ – alle Aufgaben der Fachkräfte im digitalen Handel drehen sich um dieses Prinzip. Denn wie in allen kaufmännischen Berufen kommt es auch bei der Arbeit im E-Commerce zu allererst auf die Kundenzufriedenheit an. Bleibt einerseits die alte Kundschaft treu und kommen andererseits neue Käuferinnen und Käufer dazu, können die Beschäftigten im E-Commerce mit ihrer Arbeit zufrieden sein.