Mo, 28.5.2018

Industrie 4.0, Arbeit 4.0 ... Soziologie 4.0? Einige Überlegungen zur rezenten "Versionierung" von Gesellschaft

Ein Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Digitale und vernetzte Arbeitswelten“ des
Forschungsschwerpunkts "Digitale Zukunft" und des Fortschrittskollegs „Gestaltung von
flexiblen Arbeitswelten". Die Referentin, Prof. Dr. Sabine Maasen, ist Direktorin des Munich Center for Technology in Society (MCTS).

Auf einen Blick

Wo:

Inspiration 1
33619 Bielefeld

Wann:

Mo, 28.5.2018 | 16:15 Uhr
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Kontakt:

Forschungsschwerpunkt Digitale Zukunft

Frau Dr. Nicole Giard

0521/106 5147

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Zusatzinfos:

Behindertengerecht:

Keine Angaben

Kategorie:

  • Vortrag

Für wen:

  • Erwachsene
  • Studierende / Nachwuchswissenschaftler

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„Industrie 4.0, Arbeit 4.0 ... Soziologie 4.0? Einige Überlegungen zur rezenten "Versionierung" von Gesellschaft und ihrer Wissenschaft“

Abstract
Industrie 4.0 setzt insgesamt auf eine immer höhere Vernetzung von Menschen, Maschinen, Infrastrukturen, Unternehmen. Arbeit 4.0 sieht sich im Zuge digitaler Transformation ebenfalls nicht nur erheblichen, sondern auch anhaltenden Wandlungsbewegungen gegenüber. Disruptivität und Agilität sind weitere Stichwörter, die auf dauernde Dynamik einstellen. Wissenschaft 4.0, Hochschule 4.0 – auch sie sehen sich nicht länger nur als Treiber, sondern auch als Objekte der Anpassung an immer neue Verhältnisse in der Wissensproduktion. Man wundert sich wenig, dass bereits auch eine Soziologie 4.0 skizziert wurde (Dirk Baecker).
Der Vortrag wird der Frage nachgehen, ob sich hier nicht Grundsätzliches tut. Seine Grundintuition beruht auf der rezenten Erfahrung, dass sich in der modernen Gesellschaft der Modus der Erneuerung, des Wandels und der Optimierung nicht mehr in Schüben, nicht mehr in der Vorstellung einer radikalen Strukturveränderung, auch nicht in der Idee des sprunghaften Wandels vollzieht, sondern in der Form der permanenten Selbstanpassung. Das bedeutet keineswegs, dass es nicht auch weiterhin radikalen Wandel geben könnte oder tragfähige Kontinuitäten. Es bedeutet vielmehr, dass der sowohl semantische als auch praktische Modus des Umgangs mit komplexen Verhältnissen in laufender Veränderung und Veränderungsbereitschaft besteht. Diese artikuliert sich in Praktiken, Institutionen und Diskursen, die auf Versionen bestehender Versionen setzen.
Industrie 4.0 und Arbeit 4.0, aber auch Anzeichen für eine Soziologie 4.0 werden als instruktive Fälle für die gegenwärtige Versionierung von Gesellschaft und ihrer Wissenschaft diskutiert.

Prof. Dr. rer. soc. Sabine Maasen ist seit Dezember 2013 Professorin für Wissenschaftssoziologie (Friedrich Schiedel-Stiftungslehrstuhl) an der Technischen Universität München und seit April 2014 Direktorin des Munich Center for Technology in Society (MCTS).

Die Ringvorlesung „Digitale und vernetzte Arbeitswelten“ ist eine gemeinsame Veranstaltung des Forschungsschwerpunkts „Digitale Zukunft“ und des Fortschrittskollegs „Gestaltung von flexiblen Arbeitswelten“ der Universitäten Bielefeld und Paderborn. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

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