Mi, 4.7.2018

MdK Academy: Kontrolle und Emanzipation

Kontrolle und Emanzipation - globale Dominanz kapitalistischer Praktiken, emanzipatorische Organisation, antikapitalistische Taktiken. Vortrag

Auf einen Blick

Wo:

Köpenicker Straße 172
10997 Berlin

Wann:

Mi, 4.7.2018 | 20:30 Uhr - 22:30 Uhr
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Kontakt:

Museum des Kapitalismus

Herr Jan Fuhrmann

E-Mail Zur Website

Zusatzinfos:

Behindertengerecht:

Ja

Kategorie:

  • Vortrag
  • Diskussion / Dialog

Für wen:

  • Erwachsene
  • Studierende / Nachwuchswissenschaftler

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Sonstiges:

Eintritt frei. Spenden sind sehr willkommen. Getränke auf Spendenbasis.

Organisiert euch! Das sagen wir. Das wollen wir. Das machen wir.

Die linke Theorie hat es jedoch verpasst, einen adäquaten Begriff der Organisation zu entwickeln. Im Besten Fall hat sie den Begriff der Organisation mit dem der Gesellschaftsstruktur verwechselt. So entgeht ihr, dass sich die emanzipatorische Organisation erst durch die Limitierung ihrer Reichweite auf ihre Mitglieder ermöglicht.


Gerade aber die Limitierung blockiert, dass sich emanzipatorische Praktiken global installieren können. Die Großversuche emanzipatorische Organisation gesellschaftlich durchzusetzen, wie sie sich in den Formen des Staatssozialismus niederschlugen, scheiterten nicht zufällig, sondern weil die organisationale Durchsetzung von Emanzipation immer auch ein Kontrollregime von Programmen voraussetzten muss. Sobald das Kontrollregime eine ganze Gesellschaft zu regulieren versucht, erschafft die emanzipatorische Organisation Hierarchien und unreflektierbare Zwänge. Die emanzipatorische Organisation degeneriert auf eine totalitäre Praxis und verunmöglicht sich dadurch selbst.


Für kapitalistische Praktiken stellt das kein Problem dar. Sie können sich die organisationalen Effekte der Hierarchisierung und der Kontrolle zunutze machen, um Profitzwänge durchzusetzen. Eine kapitalistische organisierte Gesellschaft entsteht dadurch jedoch nicht, sondern ein Netzwerk kapitalistischer Praktiken. Das Netzwerk emergiert von den einzelnen Organisationen und instituiert dadurch, dass sich die Organisationen in Bezug zueinandersetzen, einen äußeren Zwang der Profitabilität. Er setzt sich global durch und beginnt auch die nicht kapitalistischen Organisationen zu penetrieren.

Wenn Emanzipation nicht global organisiert werden kann; wenn kapitalistische Praktiken als globale Netzwerkeffekte omnipräsent sind; wie lässt sich Emanzipation dann noch dauerhaft organisieren? Wie kann dann ein antikapitalistischer Kampf aussehen?

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