Do, 15.11.2018

Auf Biegen und Brechen? Interaktions- und Innovationsarbeit unter Formalisierungsdruck

Forschungswerkstatt zum Abschluss des vom BMBF geförderten Forschungs- und Gestaltungsprojekts "Prävention von Belastungen bei formalisierter Arbeit in Dienstleistung und technischer Entwicklung (PräFo)".

Auf einen Blick

Wo:

Annahof 4
86150 Augsburg

Wann:

Do, 15.11.2018 | 9 Uhr - 16 Uhr
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Kontakt:

Universität Augsburg / Forschungseinheit für Sozioökonomie

Herr Marc Jungtäubl

+498215984312

E-Mail Zur Website

Zusatzinfos:

Behindertengerecht:

Keine Angaben

Kategorie:

  • Workshop
  • Fachveranstaltungen
  • Vortrag
  • Diskussion / Dialog

Für wen:

  • Erwachsene
  • Studierende / Nachwuchswissenschaftler

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Sonstiges:

Die Teilnehmer*innen-Zahl ist begrenzt. Wir bitten um Anmeldung bis zum 21. Oktober 2018 unter: fritz.boehle@phil.uni-augsburg.de
Die Teilnahme ist kostenlos.

Forschungswerkstatt

Am Vormittag werden die Forschungsergebnisse und Gestaltungsmaßnahmen des Projekts präsentiert; am Nachmittag sollen sie von den Teilnehmer*innen der Veranstaltung kommentiert und weitergedacht werden.
Wir würden uns wünschen, dass (1) die Besonderheiten und Desiderata der Arbeit des Projekts diskutiert werden, (2) die Entwicklungen in den Blick genommen werden, die mit der digitalisierten Formalisierung von selbstbestimmter Arbeit verbunden sind, und (3) die Voraussetzungen verhandelt werden, die eine gute selbstbestimmte Arbeit der Zukunft braucht.
Die Werkstatt findet mit einer Podiumsdiskussion von Gästen aus der Wissenschaft, dem Krankenhaus, der technischen Entwicklungsarbeit und der Interessenvertretung ihren Abschluss.

Wir laden Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und an der Thematik interessierte Diskutant*innen herzlich zu dieser Veranstaltung ein und bitten um Anmeldung bis zum 21. Oktober 2018.


Projekt

In der heutigen Arbeitswelt wird selbstbestimmtes Arbeiten immer wichtiger – vor allem, wenn es darum geht, in nicht vorhersehbaren Situationen handlungsfähig zu sein. Gleichzeitig wird Arbeit jedoch zunehmend formalisiert – ein Verfahren, das mit Fremdbestimmung einhergeht und auf der Annahme beruht, dass man kalkulieren kann, was passiert. Beschäftigte geraten dadurch in eine Zwickmühle, denn formalisierte Vorgaben setzen das notwendige situative Handeln unter Druck.
PräFo hat das Spannungsfeld zwischen Formalisierung und situativem Handeln in zwei Bereichen herausgearbeitet, in denen der Umgang mit offenen und unbestimmten Situationen zur Arbeit gehört: in der Interaktionsarbeit in der stationären Krankenpflege und in der Innovationsarbeit in der technischen Entwicklung. In diesen beiden Bereichen spielt aber auch Formalisierung eine wichtige Rolle:
Für Pflegekräfte bedeutet Formalisierung, dass sie immer mehr Dokumentationsaufgaben zu erledigen haben und sich immer mehr an (digitalen) Geräten und Maschinen ausrichten müssen. Es wird zu einer Arbeit eigener Art, diese formalen Anforderungen so in die Arbeit am Menschen zu integrieren, dass gute Arbeit möglich bleibt.
In der technischen Entwicklungsarbeit werden agile Formen der Prozesssteuerung eingesetzt, die schwergewichtige formale Prozesse eigentlich ersetzen sollen. Doch auch hier geraten die Beschäftigten in eine Zwickmühle, etwa zwischen hierarchischer Organisation und agilen Arbeitsmethoden.
In der Folge entstehen in beiden Bereichen neue Belastungen.

PräFo liefert dichte Beschreibungen selbstbestimmter Arbeit unter Formalisierungsdruck, legt Gestaltungsvorschläge für gute Interaktions- und Innovationsarbeit vor, die zusammen mit den Beschäftigten entwickelt wurden, und führt die beiden untersuchten Bereiche zusammen, indem die Chancen und Grenzen einer agilen Arbeitsorganisation im Krankenhaus diskutiert werden.

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