Do, 10.10.2019 - Fr, 11.10.2019

Ambivalenzen des Digitalen - Zwischen neuen Möglichkeits(t)räumen und (un)bemerkbaren Verlusten

Digitale Technologien sind auf dem Vormarsch. Sie dominieren zunehmend verschiedene Lebensbereiche.
Die Tagung schafft einen Diskussionsraum zu den Wirkungen von Digitalisierungsprozessen: Wie können sie global menschenwürdig, sozial gerecht und nachhaltig gestaltet werden? Schwerpunkte: Bildung, Gesundheit, Arbeit, (Land)Wirtschaft.

Auf einen Blick

Wo:

Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) – Campus Wilhelminenhof, Gebäud
12459 Berlin

Wann:

Do, 10.10.2019 - 13 Uhr bis Fr, 11.10.2019 - 16:30 Uhr
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Kontakt:

VDW - Vereinigung Deutscher Wissenschaftler
Herr Prof. Eberhard Göpel

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Zusatzinformationen:

Behindertengerecht:

Ja

Kategorie:

  • Diskussion / Dialog

Für wen:

  • Alle

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Digitale Technologien sind auf dem Vormarsch, weltweit. Sie dominieren zunehmend die verschiedenen Lebensbereiche: sei es in der Schule mit digitalen Whiteboards und Laptop-Klassen, in der Industrie durch Roboter, im Privaten durch Healthtracker und personalisierte Werbung oder im Gesundheitssystem durch digitale Diagnostik. Auch die Menschen im Globalen Süden sind verstärkt betroffen von der Automatisierung ihrer Betriebe und Landwirtschaft 4.0.

Durch „Rundumdigitalisierung“ und vermehrte Nutzung sogenannter Künstlicher Intelligenz verändert sich die Art und Weise, wie wir uns als Menschen und die Welt um uns sehen – auf individueller und gesellschaftlicher Ebene. In welchem Ausmaß und in welcher Form machen wir uns dies überhaupt bewusst und inwieweit wollen wir dies zulassen?

Die Tagung möchte einen Diskussionsraum zu den Auswirkungen von Digitalisierungsprozessen schaffen: Wie können diese Prozesse für die Gesellschaften im Globalen Norden und Globalen Süden menschenwürdig, sozial gerecht und nachhaltig gestaltet werden?

Arbeitswelt: Bereits jetzt sind die Veränderungen durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt zu spüren. Eine zunehmende Technologisierung kann Beschäftigte entlasten, wenn Maschinen mühsame und gefährliche Arbeiten übernehmen. Gleichzeitig ist die Angst weit verbreitet, dass der Arbeitsplatz durch sie verloren geht und nicht ersetzt wird. Vor allem im globalen Süden gefährdet eine digitalisierte und industrielle Landwirtschaft Arbeitsplätze und das Einkommen von kleinbäuerlichen Familien: So leben beispielsweise in der Subsahara-Region über 60% der Menschen von kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Zu klären ist, inwiefern der digitale Wandel eine nachhaltige Wirtschafts- und Agrarpolitik für die Stärkung des globalen Südens unterstützen kann.

Bildung: Auch im Bereich der Bildung wird die Technologisierung stark vorangetrieben. Große private Wirtschaftsakteure wie Google oder Facebook nehmen sowohl direkt wie auch indirekt über machtvolle Netzwerkstrukturen Einfluss. Die Hoffnung, dass Digitalisierung soziale Ungleichheiten im Bildungssystem eliminiert, ist ebenso weit verbreitet wie empirisch schlecht belegt. Risiken der Bildschirm-Dominanz für die kindliche Entwicklung bleiben im Diskurs bisher unterbelichtet.

Gesundheit: Im Gesundheitsbereich ist der Zugriff auf die Autonomie, Privatsphäre und Datenhoheit der Menschen bereits besonders sichtbar. Das Verständnis des Menschen als ganzheitliches System wandelt sich zu einer numerischen Betrachtung von Einzeldaten. Schnelle Rechenleistungen können im operativen Bereich der Diagnose und Behandlung hilfreich sein. Jedoch spielen auch ethische Komponenten bei der Technologisierung der Kommunikation zwischen Ärzt*innen und Patient*innen eine Rolle.

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