Sieht das für Sie nach Abfall aus? - Wissenschaftsjahr 2020/21 - Bioökonomie

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17.04.2020

Sieht das für Sie nach Abfall aus?

Kurz & Knapp
  • Millionen Tonnen von Plastikmüll verschmutzen jährlich die Meere, Landflächen, unsere Umwelt und bleiben in Form von Mikroplastik langfristig bestehen.
  • Gleichzeitig werden jährlich tonnenweise organische Reststoffe aus Getreide und Schalenfrüchten entsorgt, die wertvolle Ballaststoffe enthalten.
  • Wieso kombinieren wir nicht beide Probleme zu einer Lösung?

Der Plastikkonsum in der Gastronomie

Ein Beitrag von Julia Piechotta, Spoontainable UG

Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 360 Millionen Plastikeislöffel durch den Eiskonsum verschwendet. Denn, wie jedes Einwegplastik, landen auch die Plastiklöffel nach nur durchschnittlich vierminütigem Gebrauch im Müll.

Der steigende Plastikkonsum in Deutschland, Europa und der Welt sorgt für eine stetig wachsende Abfallmenge, da der Konsummüll nicht angemessen getrennt und entsorgt wird. Neben Verpackungsmüll, das aus Mischmaterialen besteht und nicht richtig voneinander getrennt wird, landen im To-Go-Bereich Plastikbesteck, Papierteller und Trinkhalme in einem Müll. Die falsche Mülltrennung oder unnötige Verschwendung von Plastik geschieht dabei meist unbewusst, da Verbraucherinnen und Verbraucher die Problematik nicht wahrnehmen oder durch unklare Kennzeichnungen verwirrt werden.

Köpfe des Wandels

Julia Piechotta hat während des Masterstudiums an der Universität Hohenheim mit Amelie Vermeer das Startup Spoontainable gegründet. Zuvor hat sie an der Goethe Universität in Frankfurt Wirtschaft studiert und praktische Erfahrungen im Bereich Sales und Marketing, unter anderem an der Börse Stuttgart, gesammelt. 

Plastikalternativen sorgen für Verwirrung

Dazu gehören beispielsweise die Auszeichnungen „Bio“-Plastik oder typische PLA-Verpackungen. Die meisten dieser vermeintlichen Alternativen bestehen gerade mal aus 40 Prozent nachwachsenden Rohstoffen und sind nicht immer für den Bioabfall geeignet. Die Frage, die sich Verbraucherinnen und Verbraucher also stellen: Was bedeutet „Bio“-Plastik?

DIN-Normen geben zwar die festgelegte Dauer an, innerhalb derer sich ein zertifiziertes Produkt zersetzen soll, allerdings konnten Studien zeigen, dass dies nicht immer umgesetzt wird. Rückstände wie Formaldehyd oder Melamin waren selbst nach einer dreimonatigen Kompostierzeit zu beobachten. Die Unterscheidung zwischen Bioabfall, Kompost ist also unverzichtbar, genau wie eine einheitliche Trennung und Entsorgung des Verpackungsmülls. Klingt einfach, lässt sich allerdings nicht flächendeckend umsetzen, da keine einheitliche Müllinfrastruktur in Deutschland und weltweit vorzufinden ist.

Essbares Besteck aus organischen Reststoffen reduziert die Abfallmenge

Das Start-up Spoontainable setzt auf Besteck, das man essen kann! Hierzu werden organische Reststoffe, welche in der Lebensmittelverarbeitung zurückbleiben und wertvolle Ballaststoffe enthalten, zu Fasern verarbeitet. Diese werden daraufhin in einer veganen Rezeptur zu Löffeln oder anderem Besteck verarbeitet. Die dafür verwendeten Reststoffe stammen überwiegend aus der Schokoladen- oder Getreideindustrie. Hierzu werden die nicht verwendeten Schalenreste gesammelt und zu Fasern verarbeitet. Dadurch werden wertvolle Ballaststoffe wieder in den Lebensmittelkreislauf integriert, woraus wiederum nachhaltige Plastikalternativen hergestellt werden können.

Die hier veröffentlichten Inhalte und Meinungen der Autorinnen und Autoren entsprechen nicht notwendigerweise der Meinung des Wissenschaftsjahres 2020/21 – Bioökonomie.​

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