Kurz & Knapp
  • Die Produktion der Baustoffe Zement und Stahl trägt erheblich zu den globalen CO2-Emissionen bei. Holz hingegen ist nicht nur ein gutes Baumaterial, sondern auch ein Kohlenstoff-Speicher.
  • Potsdamer Klimaforscher haben für verschiedene Zukunftsszenarien berechnet, wie verstärkter Einsatz von Holz im Städtebau in den kommenden 30 Jahren weltweit zum Klimaschutz beitragen kann.
  • Bis zu 700 Millionen Tonnen Kohlenstoff-Emissionen könnten weltweit jährlich eingespart werden, wenn 90 Prozent der Neubauten aus Holz bestehen würden.

Gebäude als riesige CO2-Speicher

Neue Gebäude aus Holz statt aus Stahl und Beton könnten künftig erheblich zum Klimaschutz beitragen. Die Produktion von Holzprodukten für den Bau ist nicht nur umweltschonender. Holzbauten würden zu bedeutenden CO2-Speichern. Das haben Berechnungen eines Potsdamer Klimaforscherteams ergeben.

Holz ist der wichtigste nachwachsende Bau- und Werkstoff. Neben seinen bauphysikalischen Eigenschaften ist Holz auch nachhaltig. Denn Holz speichert Kohlenstoff und die Produktion von Holzprodukten für den Bau kommt mit weniger Energie aus.

Eine verstärkte Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs im Hausbau könnte einer internationalen Studie zufolge entscheidend dazu beitragen, dass das im Pariser Abkommen festgelegte Klimaziel – die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu senken – erreicht wird.

Ein Team unter Leitung von Galina Churkina vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat verschiedene Szenarien einer intensiveren Holznutzung im Städtebau betrachtet und berechnet, wie viel CO2-Emissionen sich einsparen ließen.

Klimaschutz durch verstärkte Holznutzung

„Verstädterung und Bevölkerungswachstum werden eine enorme Nachfrage nach dem Bau neuer Gebäude für Wohnen und Gewerbe schaffen – daher wird die Produktion von Zement und Stahl eine Hauptquelle von Treibhausgasen bleiben, wenn wir nicht handeln“, so Galina Churkina.

Ein wirksames Mittel, um diese Klimafolgen einzudämmen, ist für die Forscherin der gesteigerte Einsatz von technisch verarbeitetem Holz im weltweiten Bausektor. Mit der Steigerung des Holzanteils würden Treibhausgasemissionen, die bei der Produktion von Beton und Stahl entstehen, wegfallen. Stattdessen würde das in den Bäumen zuvor gespeicherte CO2 im verarbeiteten Holz verbleiben.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung nötig

Wie eine verstärkte Holznutzung bis ins Jahr 2050 zur Klimastabilisierung beitragen könnte, hat das Team für vier Szenarien berechnet. Ein Szenario geht davon aus, dass wie derzeit schon nur 0,5 Prozent der Neubauten mit Holz gebaut werden. Das höchste Szenario betrachtet eine Welt, in der weltweit 90 Prozent aller Bauten aus Holz bestehen. Demnach könnten im niedrigsten Szenario weltweit mindestens 10 Millionen Tonnen Kohlenstoff-Emissionen und im höchsten Szenario bis zu 700 Millionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert werden.

Eine weltweit verstärkte Holznutzung für den Bau – so betonen die Forschenden – sei aber nur erreichbar, wenn die Wälder und Plantagen weltweit nachhaltig bewirtschaftet und das Holz aus dem Abriss von Gebäuden wiederverwendet werde.


In Kooperation mit bioökonomie.de