Kurz & Knapp
  • Der Beschluss der Bundesregierung, bis spätestens 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen, hat unter anderem zur Folge, dass in den deutschen Kohleregionen ein Strukturwandel erfolgen muss.
  • In diesem Rahmen soll das Rheinische Revier zu einer Modellregion für ressourceneffizientes und nachhaltiges Wirtschaften werden.
  • Dafür sollen dort insgesamt 15 Innovationslabore an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft aufgebaut werden. Die Bundesregierung fördert das Projekt mit rund 25 Millionen Euro.

Mit Innovationslaboren den Wandel zur nachhaltigen Region forcieren

Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das sich das Forschungszentrum Jülich mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft vorgenommen hat: der Wandel einer vom Braunkohleabbau tief geprägten Region hin zu einem Modell für nachhaltiges Wirtschaften auf Basis einer modernen Bioökonomie.

Das Ziel dieses ambitionierten Vorhabens ist es, 15 Innovationslabore an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Landwirtschaft zu etablieren, damit wissenschaftliche Erkenntnisse schneller wirtschaftlich verwertet werden können. „Mit der Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung wollen wir die Bioökonomie in die Anwendung bringen und so zu neuen Produkten, neuen Produktionsverfahren und neuen Arbeitsplätzen kommen. Das Rheinische Revier bietet dafür beste Voraussetzungen und wird einer der Eckpfeiler sein, um die jüngst beschlossene, neue Bioökonomiestrategie der Bundesregierung mit Leben zu füllen. Das unterstützt auch den Strukturwandel“, betonte BMBF-Staatssekretär Thomas Rachel bei einem Treffen der Partner am 21. Januar im nordrhein-westfälischen Merzenich. Die Bundesregierung unterstützt das Projekt im Rahmen des Sofortprogramms für den Strukturwandel bis Mitte 2021 mit rund 25 Millionen Euro.

Regionale Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft

Mit dem Fokus auf Arbeitsplätze und Innovationen bündeln die Wissenschaftseinrichtungen um das Forschungszentrum Jülich zusammen mit regionalen Unternehmen ihre jeweiligen Fachkompetenzen, um aussichtsreiche Technologien, Verfahren, Dienstleistungen und Produkte der Bioökonomie in der Region umzusetzen. Dabei decken die Projektpartner das gesamte Spektrum von der Grundlagenforschung bis hin zur praktischen Umsetzung ab. „Die nachhaltige Bioökonomie ist ein wichtiger Schritt im Strukturwandel. Mit den Innovationslaboren gehen wir auf konkrete Probleme im Rheinischen Revier ein, setzen auch in der Fläche wirksame Maßnahmen um und schaffen damit gute Voraussetzungen für den Erhalt und den Aufbau von nachhaltigen Arbeitsplätzen und echter Wertschöpfung“, erklärt Projektleiter Prof. Ulrich Schurr vom Forschungszentrum Jülich den Ansatz.

Beispielhaftes Projekt im Wissenschaftsjahr zur Bioökonomie

Im Wissenschaftsjahr 2020 geht es darum, aktuelle Forschung zu biobasierten Technologien und die dazugehörigen Konzepte für eine nachhaltige Wirtschaftsform einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Das gemeinsame Projekt von BMBF und Wissenschaft im Dialog (WiD) will es interessierten Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, den Wandel von einer auf fossilen Ressourcen basierenden Wirtschaftsform hin zur Bioökonomie aktiv mitzugestalten – und zwar im Dialog mit Wissenschaft und Forschung sowie im Rahmen zahlreicher Diskussions- und Mitmachformate. Der Wandel des Rheinischen Reviers zu einer Modellregion für ressourceneffizientes und nachhaltiges Wirtschaften könnte ein erstes großes Praxisbeispiel dafür sein, wie dieser Wandel gelingen kann.