Kurz & Knapp
  • Wie entwickelt sich hierzulande die Bioökonomie in Wirtschaft und Gesellschaft? Wo müssen weiter Impulse für den Weg in eine biobasierte Zukunft gesetzt werden?
  • Diesen Fragen ist ein Team vom Fraunhofer ISI in Karlsruhe nachgegangen. Dazu wurde Fachliteratur ausgewertet und es wurden verschiedene Akteure interviewt.
  • Die Transformation in eine Bioökonomie verläuft demnach vielgestaltig. Eine zentrale Rolle als Schrittmacher für den Wandel kommt der Politik zu. Die Studie liefert zudem Handlungsempfehlungen.

Schrittmacher hin zu einer biobasierten Wirtschaft

Die Bundesregierung setzt auf den Wandel von einer auf fossilen Rohstoffen basierenden Wirtschaft hin zu einer Bioökonomie. Doch wo stehen wir auf diesem Weg, wo sollte die Politik stärker Impulse setzen? Ein Karlsruher Fraunhofer-Team hat das in dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt „Transformation-Bio“ untersucht.

Mit der Nationalen Bioökonomiestrategie hat die Bundesregierung ihre Politik hin zu einer Bio- und Kreislaufökonomie neu ausgerichtet. Aber wie wird diese nachhaltige, biobasierte Wirtschaft der Zukunft aussehen, und vor allem: Welche Wege führen dorthin? Diese Aspekte hat ein Team des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Projekt „Transformation-Bio“ untersucht und kürzlich die Ergebnisse der Studie vorgestellt.

„Im Projekt zeigte sich, dass es den einen Weg hin zur Bioökonomie nicht gibt, sondern vielmehr ein großes Spektrum an Transformationsmustern, die auch auf Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen Bioökonomie-Segmenten zurückzuführen sind“, fasst Projektleiter Sven Wydra die Erkenntnisse zusammen. Außerdem sei besonders die Politik gefragt, Richtungsentscheidungen zu treffen.

Gemeinsam mit Kreislaufwirtschaft denken

Die Politik fungiert laut der Studie als zentraler Transformationstreiber. Dabei habe die Politik jedoch auch die Aufgabe, Konflikte und Widerstände zu antizipieren, weil eine so weitgreifende Transformation breit mitgetragen werden müsse. Außerdem sei die Politik gefragt, die Prozesse kontinuierlich zu überprüfen, daraus zu lernen und die Prozesse weiterzuentwickeln („reflexive Governance“).

Im Blick sollten dabei nicht nur Technik und Innovation stehen, sondern auch Dialog und Information, weil die Nachfrage nach Nachhaltigkeit nicht fehlen dürfe. Nicht zuletzt müsse die Bioökonomie mit anderen Bereichen des Wandels – wie etwa der Kreislaufwirtschaft und der Rohstoffversorgung – verzahnt gedacht werden.

Vier Szenarien für das Jahr 2040

Zentral sind außerdem die Entscheidungen der großen Akteure in den Bereichen Energie und Verkehr, aber auch in der Material- und Produktionswirtschaft. Gelenkt durch die politischen Strategien bestimmten sie, wie groß der Bedarf an welchen bioökonomischen Produkten sein wird. Sicher ist dabei, dass die Nachfrage nach nachhaltig erzeugter Biomasse steigen wird und deren Nutzung effizienter werden und beispielsweise Lebensmittelverschwendung vermieden werden muss.

Für das Projekt haben die Forscher des ISI sowohl existierende Studien ausgewertet als auch relevante Akteure befragt. Aufbauend auf Workshops wurden zu den Segmenten Bioplastik, Biokraftstoffe sowie Bioschmierstoffe vier Bioökonomie-Szenarien für das Jahr 2040 entwickelt.


In Kooperation mit bioökonomie.de