Kleine Helden, die Großes bewirken

Die Biotechnologie ist ein wichtiger Teil der Bioökonomie. Ohne sie wäre der Übergang von einer erdölbasierten Wirtschaft hin zu einer nachhaltigen, biobasierten Produktionsweise nicht vorstellbar. Was steckt dahinter und wem verdankt die Bioökonomie eigentlich ihre Erfolge? Kleidungsstücke, die mithilfe von Hefen produziert werden, Kunststoffe aus Milcheiweiß oder Laufschuhe aus bakteriell hergestellter Spinnenseide: Mikroorganismen – also Bakterien, Hefen, Pilze – sowie Enzyme oder Algen sind die kleinen Helden der Bioökonomie. Mit großer Wirkung: Statt mit fossilen Rohstoffen können mit diesen kleinen Helfern in vielen Bereichen Produkte auf rein biologischer Basis herstellt werden. Biobasierte Reststoffe können dadurch zu wertvollen Stoffen für Industrie sowie Verbraucherinnen und Verbraucher werden. Sie sind damit auch eine Grundlage für Stoffkreisläufe und Kaskadennutzung. Einige dieser nachhaltigen Produkte haben sich schon erfolgreich auf dem Markt etabliert, andere Anwendungen befinden sich noch in der Entwicklungsphase.

Kerosin aus Algen?

Algen zum Beispiel lassen sich in Bioreaktoren sehr leicht und in großen Mengen züchten. Als Bio-Kraftstoff könnten sie einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten. Wer weiß, vielleicht fliegen die Flugzeuge von morgen mit Algen? Forschungsergebnisse verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen werden miteinander verknüpft und münden im Verbund mit der Industrie in innovativen Verfahren, Produkten und Dienstleistungen. Inzwischen gibt es immer mehr Anwendungsbereiche für biotechnologische Verfahren – zum Beispiel bei der Entwicklung von pharmazeutischen Produkten, beim Abbau von Plastik, bei der Aufbereitung von Abwässern oder bei der Bodensanierung. Expertinnen und Experten werden viele dieser und anderer Projekte und deren ökonomische Perspektiven hier auf wissenschaftsjahr.de vorstellen.

Technologietreiber – Forschung und Entwicklung zu neuen Anwendungen

Forschung und Entwicklung sind die Grundlagen der Bioökonomie. Nicht nur die Ansätze der Biotechnologie, sondern auch viele weitere neue Methoden und Verfahren aus anderen Disziplinen helfen uns dabei, biobasierte Anwendungen möglich zu machen. Forscherinnen und Wissenschaftler müssen dabei häufig interdisziplinär zusammenarbeiten, um erfolgreich zu sein. Das ist die Herausforderung und auch der Reiz des Gebiets, denn vielleicht ist der nächste Technologiesprung gar nicht so weit, mit dem wir dazu beitragen können, noch besser als bisher Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu finden.