Kultur, Wissen, Bildung

Roboter als Lehrkraft, Nachhaltigkeit als Schulfach?

27.07.2022
Kurz und knapp

An der Elisabethenschule in Frankfurt am Main haben Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie sieben Forschende des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) gemeinsam die Zukunft des Lernens für Kinder und Jugendliche diskutiert. Dabei ging es unter anderem um mögliche technische Hilfsmittel sowie neue Fähigkeiten und Rahmenbedingungen an Schulen, die das Lernen der Zukunft so angenehm wie möglich gestalten. Der Hackathon wurde durch das Förderprojekt „enorM – Lernen von (ÜBER)MORGEN“ vom DIPF organisiert.

Was Schülerinnen und Schüler von der Schule der Zukunft erwarten

Eine breite Themenvielfalt kam in den vier Brainstorming-Sitzungen des Hackathons zur Sprache. In der Schule der Zukunft gibt es keine Schulbücher, keine schweren Ranzen und auch keinen Tintenfüller mehr – die Schülerinnen und Schüler verwenden stattdessen Tablets zum Üben, Schreiben und Recherchieren, so die Prognose. Technische Hilfsmittel müssten jedoch immer mit Blick auf ihren Bedarf an Ressourcen und Verbrauch von Energie bewertet werden.

Individuelle Fördermaßnahmen mit digitalen Tools müssten gezielt eingesetzt werden, um „Stärken zu stärken und Schwächen zu schwächen“. Darüber hinaus brauche es das vertrauensvolle Miteinander zwischen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern. Geschützte Räume seien dafür besonders wichtig. Um über besonders heikle Themen wie Sexualität oder Drogenkonsum zu sprechen, sollen regelmäßig externe Gäste an die Schule kommen.

 

Fit für die Zukunft

Viele Schülerinnen und Schüler betonten, dass sie in der Schule auf das echte Leben vorbereitet werden wollen – und das beinhalte eben auch Kenntnisse über mögliche Berufe, hinreichende Medienkompetenzen sowie Sicherheit beim Umgang mit Steuererklärungen, Formularen und dem Gesundheitssystem. Zugleich diskutierten sie den Sinn und Zweck von Schulnoten.

Nicht erst seit der Coronapandemie stehen Schulen vor großen Herausforderungen. Es gilt, Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Voraussetzungen gezielt zu fördern. Auch der Mangel an Lehrkräften ist immer stärker zu spüren. Hinzu kommt die Digitalisierung, die längst nicht gemeistert ist, zugleich aber viele neue Möglichkeiten und Chancen bietet.

 

Im Fokus des Interesses: Das Lernen der Zukunft

Wie also werden wir morgen und übermorgen lernen? Welche Wünsche und Ideen haben die Lernenden von heute? Diese Leitfragen verfolgt das Förderprojekt „enorM – Lernen von (ÜBER)MORGEN“ im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2022 – Nachgefragt!. Dafür suchen Forschende des DIPF in verschiedenen Veranstaltungsformaten den Austausch mit Schulklassen, stehen Frage und Antwort und tragen ihre Ideen zusammen. Der Hackathon ist einer der Höhepunkte des Projekts.

Die Ergebnisse fließen final in ein sogenanntes Serious Game ein, das im Oktober 2022 veröffentlicht und auch nach Projektende verfügbar sein wird – etwa als Denkanstoß, um im Unterricht über die Digitalisierung der Bildung, das Klassenzimmer von morgen sowie das harmonische Zusammenleben an Schulen zu diskutieren.

 

Weitere Infos zum Projekt finden Sie hier und hier.

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