Vorfreude auf Fragen, „die die Wissenschaft befeuern“

29.11.2021
Kurz & knapp

Als am Abend des 29. November das Wissenschaftsjahr 2020/21 – Bioökonomie verabschiedet wurde, wehte bereits jede Menge Vorfreude durch das Museum für Naturkunde in Berlin, aus dem die Veranstaltung live übertragen wurde: Nicht erst bei der Staffelstabübergabe wurde auf das kommende Wissenschaftsjahr vorausgeblickt – denn dieses wird ein ganz besonderes.

Ein Wissenschaftsjahr für die Vernetzung

Schon seit ihrem Beginn vor 22 Jahren fördern die Wissenschaftsjahre den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft. So war es auch im Wissenschaftsjahr 2020/21 – Bioökonomie, das am Montagabend feierlich verabschiedet wurde. Doch der Blick ging dabei nicht nur zurück, sondern auch nach vorn. Insbesondere die scheidende Bundesforschungsministerin Anja Karliczek betonte, wie sehr sie sich auf das kommende Wissenschaftsjahr freue: „Für mich ist die entscheidende Herausforderung in den kommenden Jahren, Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen miteinander zu vernetzen. Nur so kommen wir aus der Grundlagenforschung über die Anwendung in die Alltagsnutzung.“ Hierbei spiele auch das Wissenschaftsjahr 2022 – Nachgefragt!, in dem die Fragen der Bürgerinnen und Bürger für die Wissenschaft im Zentrum stehen werden, eine wichtige Rolle.

Fragen, „die uns alle umtreiben”

Ähnlich äußerte sich Prof. Günter M. Ziegler, Präsident der Freien Universität Berlin und Lenkungsausschuss von Wissenschaft im Dialog (WiD). Er bedankte sich für die guten Fragen des Online-Publikums während der Abschlussveranstaltung – und lieferte damit Moderatorin Andrea Thilo eine Steilvorlage, um zum Wissenschaftsjahr 2022 überzuleiten. „Ich bin wahnsinnig gespannt auf die Fragen, die im kommenden Jahr von den Menschen kommen werden“, sagte Ziegler und wandte sich direkt an die Bürgerinnen und Bürger außerhalb der Wissenschafts-Community: „Die Fragen müssen von Ihnen kommen. Die geben nicht wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor.“ Er freue sich auf Fragen, „die uns alle umtreiben“, sagte Ziegler, und sei optimistisch, dass viele Fragen eingereicht werden, „die die Wissenschaft befeuern“.

Fünf erste Fragen für den IdeenLauf

Am Ende des Abends wurden aus dem Wissenschaftsjahr 2020/21 – Bioökonomie fünf Fragen ins neue Wissenschaftsjahr hinübergereicht. Sie gehen in den IdeenLauf ein, die zentrale Mobilisierungsaktion des Wissenschaftsjahres 2022.

Den Anfang machte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek höchstpersönlich mit ihrer Frage: „Wann werden innovative Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen – wie die Alge – flächendeckend bei den Menschen im Alltag ankommen?“

Ulrike Schmidt, Geschäftsführerin der Jugend-Plattform LizzyNet, möchte wissen: „Wie erreichen wir in den nächsten zehn Jahren eine Wirtschaftsform, die Nachhaltigkeit und Klimaschutz vor den Wachstumsgedanken stellt?“

Ilka Bickmann vom Verein science2public interessiert: „Wie lassen sich Flüsse stärker in das Stadtleben einbinden, ohne dass die Wasserqualität darunter leidet?“

Frank Reinicke vom Institut für Nachhaltige Landbewirtschaftung treibt eine andere, sehr praktische Frage um: „Mit welchem System könnten

Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf unkompliziert und seriös erkennen, wie nachhaltig ein Produkt ist – und damit auch deren Kaufentscheidung beeinflusst werden?“

Und Luise Ohmann, Bodenforscherin am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ in Halle/Saale, fragt sich schließlich: „Wie wird es in Zukunft möglich sein, fossile Ressourcen durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen, ohne dabei die Böden zu überfordern und somit deren Degradation voranzutreiben?“

Fünf Fragen, die bereits anderthalb Monate vor dem offiziellen Beginn des Wissenschaftsjahres 2022   andeuten, wie groß die Bandbreite der Themen in diesem wird – wir dürfen gespannt sein!