Fragende im Porträt

Das Wissenschaftsjahr 2022 – Nachgefragt! ging neue Wege: Erstmals standen die Fragen der Bürgerinnen und Bürger selbst im Vordergrund. Im IdeenLauf, der zentralen Mitmachaktion des Wissenschaftsjahres 2022, aber auch darüber hinaus konnten sie ihre Fragen für die Wissenschaft einreichen und so aktiv die Forschung sowie Forschungs- und Innovationspolitik in Deutschland mitgestalten. 

Hinter jeder Frage steht ein Name, ein Gesicht – und oft eine persönliche Geschichte. Hier stellen wir Ihnen einige der Fragenstellenden vor.

Dr. Christiane Grimm

Dr. Christiane Grimm arbeitet in der Wissenschaftsverwaltung bei der Max-Planck-Gesellschaft – ihre Frage für die Wissenschaft lautet: „Was ist Charakter, kann man ihn messen und wodurch wird er bestimmt?“ Dazu haben sie nicht nur ihre drei Kinder inspiriert, die trotz gleicher Erziehung verschiedene Charaktere aufweisen, sondern auch ihre berufliche Zusammenarbeit mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten.

Johannes Meyer

„Wie kann der Druck auf junge Menschen verringert werden, um seelische Schäden und Erkrankungen auf längere Sicht zu verringern und das Leben lebenswerter zu machen?“, lautet die Frage für die Wissenschaft von Johannes Meyer. Der Student im Bereich Energiemanagement und -effizienz befürchtet, dass sich junge Menschen großen Herausforderungen stellen müssen und ihre Aussichten auf eine rosige Zukunft dadurch getrübt werden könnten.

Yvonne Plotz

Die Entscheidung, beim Wissenschaftsjahr 2022 eine Frage einzureichen, traf Yvonne Plotz ganz spontan. „Was fehlt den Menschen heutzutage am meisten, um zufrieden mit sich und resilient(er) gegen Süchte, Ablenkung, Unzufriedenheit zu sein?“, lautet ihre Frage für die Wissenschaft. Die Software-Developerin weist darauf hin, dass die Welt verständlicher und greifbarer wird, wenn man sich der Wissenschaft bedient.

Svea Weidemann

Svea Weidemann ist sehr neugierig und findet Raketen besonders spannend. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Schülerin selbst gerne einmal ins Weltall fliegen würde. Auch ihre Frage an die Wissenschaft bezieht sich auf dieses Thema: „Wie fliegt eine Rakete ins Weltall?“ Sie erhofft sich, dass ihre Frage für sie verständlich beantwortet wird, und ist der Meinung, dass Forschende darin besonders gut sind.

Marianne Völker

Marianne Völkers Frage für die Wissenschaft lautet: „Ist von der Ethik angedacht, nach dem Altern in Würde auch ohne schwere Krankheit selbstbestimmt zu sterben?“ Die Rentnerin ist der Meinung, dass die Wissenschaft viel häufiger auf das intellektuelle und praktische Potenzial der Bürgerinnen und Bürger zurückgreifen sollte, um den ethischen Diskurs mitgestalten und wichtige politische Entscheidungen mitbestimmen zu können.

Lukas Weymann

Lukas Weymann ist Wissenschaftler in der Innovationsforschung und interessiert sich nicht nur beruflich, sondern auch privat für verschiedenste wissenschaftliche Disziplinen. Seine Frage für die Wissenschaft: „Welche Auswirkungen hätte ein bedingungsloses Grundeinkommen?“ Mit seiner Teilnahme erhofft er sich, Fakten an die Hand zu bekommen, die ihn bei seiner Meinungsbildung unterstützen.

Insa Fehr

„Kann es eindeutig bildgebende Verfahren geben, um die Autismus-Spektrum-Störung zu diagnostizieren?“ fragt Insa Fehr, Sonderpädagogin und Koordinatorin des Arbeitskreises Autismusberatung, die Wissenschaft. Für ihre Arbeit ist sie in einem permanenten Austausch mit Forschenden, nimmt an Studien teil und setzt sich mit wissenschaftlichen Entwicklungen auseinander.

Carmen Martinez von Bülow

Für die Juristin und Kinderbuchautorin Carmen Martinez von Bülow sollte Wissenschaft der ganzen Gesellschaft offenstehen. So lässt sie sich auch selbst bei der Suche nach Themen für ihre Bücher von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen inspirieren. „Wie kann die Verständigung zwischen den Generationen im digitalen Zeitalter gelingen?“ ist ihre Fragen für die Wissenschaft.

Petra Jung

Die medizinische Fachangestellte Petra Jung hat sich intensiv mit der Depressionserkrankung beschäftigt und nach weiteren Informationen sowie Hilfsmöglichkeiten gesucht – dabei kam sie eng mit der Wissenschaft in Berührung. Auf das Thema Gesundheit bezieht sich auch ihre Frage für die Wissenschaft: „Inwiefern könnte Musik im Gesundheitswesen noch hilfreich sein?“

Roul Oldenburger

Als Softwareentwickler weiß Roul Oldenburger um die Bedeutung der digitalen Medien – über sie lassen sich auch Desinformation sowie Propaganda schnell und gezielt verbreiten. In diesem Zusammenhang steht seine Frage für die Wissenschaft: „Wie lassen sich Desinformation, Geschichtsverfälschung und Propaganda wirksam bekämpfen oder verhindern?“

Christine Rüth

„Welche Antwort hat die Wissenschaft auf das Problem, dass Gesellschaft und Politik in Sachen Klimawandel nicht genug ins Handeln kommen?“ ist die Frage für die Wissenschaft von Christine Rüth. Die Wissenschaftskommunikatorin sieht trotz eindeutiger Faktenlage einen Stillstand und erhofft sich ein schnelleres Voranschreiten bei der Bekämpfung der Klimakrise.

Daniel Jox

Der Auszubildende Daniel Jox ist froh, dass die Wissenschaft stetig daran forscht, Erkrankungen zu behandeln – neue Therapien und Erkenntnisse hätten ihm immer geholfen. Seine spannende Frage für die Wissenschaft lautet: „Werden Gleichgewichtsprobleme in der Schwerelosigkeit verbessert?“.

Benedikt Krieger

Benedikt Krieger ist in der Forschungsförderung sowie Politikberatung tätig und seine Frage für die Wissenschaft zielt auf ein gesellschaftliches Umdenken ab: „Wie kommen wir weg vom ständigen Wachstumsdogma in der Volkswirtschaftslehre?“ Die vielfältigen Möglichkeiten, die die Wissenschaft allen bietet, haben ihn zur Teilnahme am Wissenschaftsjahr 2022 inspiriert.

Dr. Annika Breternitz

Für die wissenschaftliche Mitarbeiterin und promovierte Erziehungswissenschaftlerin Dr. Annika Breternitz ist Forschung ein großer Teil ihres Lebens. Getrieben von der Neugier, Lösungen für bestehende Probleme zu finden und Situationen zu optimieren, lautet ihre Frage für die Wissenschaft: „Was kann jeder von uns tun, sodass es weniger Kriege in der Welt gibt?“

Luisa Hanstein

„Wie kann die Forschung zu Frauenkrankheiten wie Endometriose, PMS/PMDS (Prämenstruelles Syndrom) oder PCOS (Polycystisches Ovarialsyndrom) vorangetrieben werden?“, fragt die Studentin Luisa Hanstein. Sie weist darauf hin, dass großer Nachholbedarf in unserem Gesundheitssystem besteht, um Gleichberechtigung zu erreichen.

Kathrin Rosi Würtz

Als Soziologin und Physiotherapeutin ist Kathrin Rosi Würtz davon überzeugt, dass Bewegung in all ihren Formen ein Kernelement unseres Lebens ist. Bewegung ist ein zentrales Thema für uns alle, sagt sie – daher lautet ihre Frage: „Wie bleibt Wissenschaft in Bewegung?“ Sich gegenseitig mit Fragestellungen zu inspirieren, erscheint Kathrin Rosi Würz zukunftsfähig.

Kurt Becker

Der Lehrer und Realschulrektor Kurt Becker fragt: „Wie können Leben und Arbeiten gesundheits- und gemeinschaftsfördernd verbunden werden?“ Er findet es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Gedankenwelt mit der Wissenschaft teilen – die Herausforderung des Fragestellens motivierte ihn selbst zur Teilnahme am Wissenschaftsjahr 2022.

Kathrin Lenvain

Kathrin Lenvain ist in der Raumfahrt tätig und adressierte ihre Frage für die Wissenschaft direkt an ESA-Astronaut Matthias Maurer: „Warum ist Raumfahrt und deine Forschung auf der ISS wichtig für neue Innovationen auf der Erde und was ist dein Lieblingsbeispiel?“ Bürgerbeteiligung ermöglicht die Nutzung von Daten und Technologien aus Wissenschaft und Forschung für alle, sagt sie.

Corinna Bürger de Oliveira

„Gibt es Biomarker für emotionale Traumata?“ fragt Corinna Bürger de Oliveira die Wissenschaft. Sie hofft, dass in Zukunft die Effektivität schamanischer Heilungsmethoden von der Forschung objektiv nachgewiesen werden kann. Ihre Motivation für die Teilnahme am Wissenschaftsjahr 2022: mehr Aufmerksamkeit für Themen, die sonst oft übersehen werden.

Wolfgang Helmeth

Der Entwicklungsingenieur Wolfgang Helmeth lässt sich von seiner Neugier leiten – und fragt sich, ob ihr in unserem Bildungssystem genug Raum gegeben wird: „Was hindert uns, Bildung unabhängig von Schule zu denken, um den Einzelnen mit all seinen Potenzialen in den Blick zu nehmen?“ ist seine Frage für die Wissenschaft.

Dr. Eckart John

Als Allgemeinmediziner im Ruhestand widmet sich Dr. Eckart John seit seiner Kindheit wissenschaftlichen Themen, neben der Medizin beschäftigen ihn vor allem Umwelt und Nachhaltigkeit. Seine Frage für die Wissenschaft rührt an die Grundlagen der menschlichen Entwicklung: „Inwieweit ist Darwins Evolutionstheorie beweisbar?“

Dr. Peter Jakubowski

Dr. Peter Jakubowski ist Physiker und Universalphilosoph. „Warum tanzt die Venus (scheinbar) um die Sonne mit einer Periode von 247 Jahren?“ ist seine Frage für die Wissenschaft. Im Wissenschaftsjahr 2022 – Nachgefragt! sieht er die Chance, den Konkurrenzkampf der Ideen innerhalb der Wissenschaften zu überwinden.

Matthias Fischer

Als Referent für Öffentlichkeitsarbeit ist Matthias Fischer auch aus beruflichen Gründen an der Schnittstelle von Naturwissenschaft und Gesellschaft interessiert. Seine Frage für die Wissenschaft: „Welche Auswirkungen hat der Bau von Windkraftanlagen auf den umgebenden Wald? Wie ergeht es dem Mikroklima, der Artenzusammensetzung, dem Boden, den benachbarten Bäumen?“

Antje Hinz

Die Journalistin und Medienproduzentin Antje Hinz bezeichnet sich selbst als „Fragen-Expertin“ – und motiviert auch andere zum Fragenstellen. Ihre eigene Frage für die Wissenschaft: „Mit welchen wissenschaftlichen Methoden lassen sich immaterielle Werte (Kunst, Kultur, Natur) volkswirtschaftlich beziffern? Wie kann man immaterielle Werte in Finanzplänen transparent darstellen, berücksichtigen?“

Matthias Weinert

„Wie kann unsere Gesellschaft beeinträchtigte Menschen besser inkludieren?“ – das ist Matthias Weinerts Frage für die Wissenschaft. Wissenschaft soll den Menschen dienen und helfen; die Bürgerinnen und Bürger darf sie nicht aus den Augen verlieren, sagt der pensionierte Richter.

Ludwig Sachs

Ludwig Sachs ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Seine Frage für die Wissenschaft zielt auf gesellschaftliche und psychologische Prozesse: „Inwiefern führt Säkularisierung zur Ideologisierung von Politik und Wissenschaft?“ Mit seiner Teilnahme am Wissenschaftsjahr 2022 möchte er das Unbewusste ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.

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