Umwelt, Klima, Erde, Universum

Gibt es noch Orte auf der Erde, an denen nie ein Mensch war?

09.06.2022
Kurz und knapp

Die Zeit der Entdeckungen scheint vorbei zu sein. Per Flugzeug, Helikopter und modernster Aufklärungstechnik – so glaubt man zu wissen – habe der Mensch jeden Winkel der Erde erkundet, fotografiert, kartiert, bereist. Durch Naturdokumentationen lässt sich selbst der exotischste Ort des Planeten sogar von unserem Wohnzimmer aus betrachten. Und doch ist die Behauptung, es gebe keine weißen Flecken auf der Landkarte mehr, eine Illusion. Da draußen existieren noch zahllose Orte, die nie ein Mensch besucht hat.

Die letzten weißen Flecken

Heutzutage sind wir mit Flugzeugen, Helikoptern und jeder Menge High-Tech im Gepäck rund um den Globus unterwegs. Per Satellit haben wir jeden Flecken hochauflösend fotografiert, halten selbst auf den abenteuerlichsten Reisen telefonischen Kontakt mit der Zivilisation. Google Earth und Naturdokus im TV suggerieren, wir hätten jeden Winkel des Planeten bereits erkundet. Doch das ist eine Illusion. Es gibt noch zahllose Orte, die nie ein Mensch betreten hat.

Der größte unbekannte Raum auf Erden ist die Tiefsee. Der Meeresboden ist – trotz moderner Vermessungsmethoden – auch heute noch zum allergrößten Teil unkartiert. Geschweige denn, dass dort unten schon mal ein Mensch vorbeigeschaut hätte. Außerdem gibt es weiterhin zahlreiche Berggipfel, etwa die meisten 6000er in Osttibet, die noch kein Bergsteiger je bezwungen hat.

Es gibt Orte, wo niemand hin möchte

Die größte Höhle der Welt – Son Doong in Vietnam – wurde erst 1991 in den dicht bewachsenen Bergen entdeckt. Und sie hat zahlreiche Abzweige und Passagen, die auch seither noch kein Höhlenforscher und keine Höhlenforscherin erkundet hat. Gleiches gilt für viele andere Höhlen der Welt. Einige Stellen tief in den Regenwäldern des Amazonas, im Kongo und auf Papua-Neuguinea oder die Plateaus der Tafelberge Venezuelas sind ebenfalls noch unberührt, weil sie so schwer zugänglich sind oder sie den Einheimischen heilig sind und deshalb tabu.

Es gibt sogar noch unbekannte Orte unseres Planeten, die leichter zu erreichen wären. Nur dass dort niemand hin möchte, weil keine großen Entdeckungen zu erwarten sind: In manchen Regionen der Arktis und der Antarktis zum Beispiel und in einigen entlegenen Winkeln der Sahara ist noch nie ein Mensch gewesen. Einfach weil es dort extrem kalt oder heiß ist und keiner die Mühen einer wochenlangen Anreise auf sich nehmen will – um dann nichts als Eis, Sand oder Fels vorzufinden.

Einen Beitrag der Süddeutschen Zeitung über die letzten weißen Flecken der Erde finden Sie hier

 

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