Umwelt, Klima, Erde, Universum

Können Wurmlöcher für Weltraumreisen nutzbar gemacht werden?

09.06.2022
Kurz und knapp

In Science-Fiction-Filmen gehören Wurmlöcher zur Grundausstattung. Die Möglichkeiten, die sie zur Reise durch Zeit und Raum bieten, scheinen unerschöpflich. Das Elektrisierende: Es scheint sie tatsächlich zu geben, sie stehen im Einklang mit Albert Einsteins Relativitätstheorie. Bis die Menschheit sie nutzen kann, ist es aber noch sehr lange hin. Falls es überhaupt gelingt. Jedenfalls ist es eine „Frage Deiner Zeit!“.

Theoretisch sind Wurmlöcher möglich, gefunden hat man noch keins

Wurmlöcher sind in Science-Fiction-Filmen eine fabelhafte Abkürzung, um durch Raum und Zeit zu reisen. Wo normalerweise die Lichtgeschwindigkeit die Grenze bildet, soll ein Wurmloch eine enorme Zeit- und Spritersparnis bieten, indem es wie ein Tunnel weit entfernte Räume oder sogar verschiedene Universen miteinander verbindet. Die Idee geht auf Theorien der Physiker Albert Einstein und Nathan Rosen zurück und wird nach ihnen Einstein-Rosen-Brücke genannt. Nach den mathematisch-physikalischen Gesetzen, allen voran der Relativitätstheorie, sind Wurmlöcher tatsächlich möglich. So wie die Sprungfläche bei einem Trampolin krümmen Objekte die Raumzeit stärker, umso schwerer sie sind. Im Extremfall so stark, dass alles hineingezogen wird und nichts mehr hinauskommt. Wir sprechen dann von einem „Schwarzen Loch“. Ohne Schwarze Löcher keine Wurmlöcher.

Auf der Suche nach „exotischer Materie“

100 Millionen davon soll es Schätzungen zufolge allein in unserer Milchstraße geben. Die „Ausbeulungen“ zweier Schwarzer Löcher, Beule an Beule, verbunden durch eine Art Tunnel, das wäre ein Wurmloch. Kleiner Schönheitsfehler: Schwarze Löcher rücken nichts wieder heraus. Eins der Löcher müsste also ein „Weißes Loch“ sein, das Masse abstößt. Die gibt es theoretisch auch. Weiße Löcher wären jedoch extrem instabil, ein Wurmloch würde sich daher so schnell wieder schließen, dass keine Zeit bliebe, hindurchgelangen. Eine noch unbekannte „exotische Materie“ könnte hier Abhilfe schaffen. Sie müsste negative Energie besitzen, so Strahlung ablenken, die umgebende Raumzeit abstoßen und so das Loch offen halten.

Noch viele ungeklärte Fragen

Nur unter vielen Voraussetzungen erlaubt die Theorie also die Existenz von Wurmlöchern. Bewiesen sind sie indes noch nicht, geschweige, dass eins gefunden wurde. Und selbst wenn, müssten die Astronautinnen und Astronauten erst dorthin gelangen. Außerdem müsste das Wurmloch stabil genug sein, um hindurchzufliegen, und das Raumschiff müsste den gewaltigen Gravitationskräften standhalten können. Und selbst wenn all diese Bedingungen eintreffen, bliebe die Frage: Was ist am anderen Ende des Wurmlochs? Wo würden sich die Weltraumreisenden wiederfinden? Klar ist, wenn die Theorien zutreffen: Sie würden nie auf die Erde oder in ihre Zeit zurückkehren können. Ihre Forschungsergebnisse könnten sie niemandem mitteilen. Auf diese Weise Weltraumreisen durchzuführen, wird daher wohl auf ewig der Fantasie von Science-Fiction-Schaffenden vorbehalten bleiben. Selbst wenn es Wurmlöcher gibt.

Das Wesentliche verständlich und in Kürze fasst auch „Breaking Lab“ zusammen. 

Inspirierende Fragen

1 Artikel  ·  Innovation, Technik, Arbeit
bsg_seilheimer44 JahreBaden-Württemberg07.04.2022

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