Kultur, Wissen, Bildung

Wie wirkt sich Kunst auf das Wohlbefinden aus?

21.11.2022
Kurz und knapp

Ob es ein Besuch im Skulpturengarten des Auguste Rodin ist oder im Museum für moderne Kunst, die meisten Menschen fühlen sich besser, nachdem sie die Kunstwerke auf sich wirken ließen. Ihr Blutdruck sinkt, ihr Gemüt hellt sich auf.

Kunst auf Rezept

Wer Musik hört oder ein Museum besucht, erlebt nicht nur sinnliche Freude oder Reflexion. Kunst fördert auch die Gesundheit. Der positive Effekt reicht so weit, dass sowohl in Kanada als auch in Großbritannien Initiativen laufen, in deren Rahmen Patienten und Patientinnen Eintrittstickets für Museen auf Rezept kommen. Im Zuge des Projekts „Arts on Prescription“ (Kunst auf Rezept) berichtet der Arts Council England, dass Ärzt*innenbesuche um 37 Prozent und Krankenhauseinweisungen um 27 Prozent zurückgehen, wenn Menschen regelmäßig Kunstgalerien und Museen besuchen. Der Louvre zeigte einiger seiner Werke im Pariser Universitätskrankenhaus Seine-Saint-Denis. Nachdem eine Studie erbrachte, dass die Mehrzahl der Ausstellungsbesuchenden sich an der Kunst erfreute und Ängste nachließen, wird das Projekt nun auf die gesamte französische Hauptstadt ausgeweitet.

 

Wenn Kunst entspannt und ergreift

Kunst, ob darstellende oder bildende, tut dem Menschen gut. Positive Emotionen werden gestärkt, insbesondere, wenn das Betrachten von Kunstobjekten mit Genuss verbunden ist. Die Lebenszufriedenheit steigt und das Gefühl eines inneren Friedens nimmt zu, stellt die Weltgesundheitsorganisation in einer Zusammenschau fest, für die sie 900 Studien ausgewertet hat. 2019 hat sie sich erstmals der Frage angenommen, wie sich Kunst auf die Gesundheit auswirkt.

Einzelne Studien zeigen, dass der Spiegel des Stresshormons Cortisol zurückgeht, wenn wir Kunst auf uns wirken lassen. Das italienische Team um den Psychologen Stefano Mastandrea wies zudem nach, dass der Blutdruck beim Betrachten von Kunstobjekten sinkt. Und bekannt ist: Wer sich durchgängig besser fühlt, hat ein vitaleres Immunsystem.

Wenn uns Kunst besonders ergreift, bringt das zudem das Gehirn in einen anderen Modus. Hirnforschende vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik zeigten, dass Kunst, die uns anspricht, das sogenannte Default Mode Network (Ruhezustandsnetzwerk) im Gehirn anregt. Diese Hirnregion ist auch beim Tagträumen und Schmieden von Zukunftsplänen aktiv.

Der therapeutische Effekt von Kunst findet seinen Niederschlag in verschiedenen Formen der Kunsttherapie. Von der Musik- bis zur Tanztherapie ist belegt, dass sie nicht nur Freude machen, sondern zur Gesundheit beitragen.

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