Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär hat eine Dekade Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen ausgerufen, die die Erforschung und Versorgung postinfektiöser Erkrankungen deutlich voranbringen soll.
Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen gestartet
Einleitung
Forschungsministerin ruft Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen aus
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat gemeinsam mit wichtigen Partnern aus der Gesundheitsforschung den Start einer Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen verkündet. In den kommenden zehn Jahren fließen 500 Millionen Euro aus dem Haushalt des BMFTR in Forschungsprojekte, die Ursachen, Mechanismen sowie neue Diagnose- und Therapieansätze erforschen. Bisher sei nicht genug über die komplexen Krankheitsmechanismen bekannt, einfache Therapien gäbe es nicht. Angesichts der großen Belastung für Betroffene und Angehörige sei der Forschungsbedarf enorm, betonte die Bundesministerin.
Verschiedene Partner aus der Gesundheitsforschung beteiligt
Wichtige Institutionen der Gesundheitsforschung bringen ihre Expertise in die Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen ein. Zu den beteiligten Partnern gehören unter anderem die Leibniz-Gemeinschaft, das Berlin Institute of Health, die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung und das Bundesministerium für Gesundheit.
Annette Peters, Vorstandsvorsitzende des NAKO e. V., verwies anlässlich des Startschusses der Dekade auf die große Datensammlung der NAKO Gesundheitsstudie. Sie umfasst vielfältige Informationen zur Gesundheit und Krankheit von 200.000 Teilnehmenden – auch aus dem Zeitraum der Pandemie – und bietet damit eine Grundlage, um Ursachen und langfristige gesundheitliche Folgen von Infektionen zu verstehen.
Das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) erforscht seit seiner Gründung während der COVID-19-Pandemie unter anderem die langfristigen Folgen der Erkrankung. Es bietet bundesweite Strukturen, um mögliche Behandlungsansätze in klinischen Studien zu prüfen. Ralf Heyder, Leiter der Koordinierungsstelle des NUM erklärte, dass das Netzwerk seine Infrastruktur auch für die Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen bereitstellt.
Auch das Universitätsklinikum Frankfurt will nun klinische Studien voranbringen, etwa zur Identifikation verlässlicher Biomarker. Dr. Maria J.G.T. Vehreschild, Professorin für Infektiologie und Leiterin der Arbeitsgruppe „Klinische Mikrobiomforschung“, hob die Bedeutung dieser Studien hervor, um neue Erkenntnisse schnell in die Versorgung zu übertragen.
Maßnahmen der Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen
Das BMFTR setzt im Rahmen der Dekade auf mehrere Schwerpunkte. Dazu gehören zusätzliche Fördermittel für Projekte in Bereichen wie Immunologie, Diagnostik, Neurologie oder Langzeitfolgen von ME/CFS. Darüber hinaus sollen klinische Studien ausgebaut und vorhandene Datensätze vergrößert werden. Zusätzliche Genomsequenzierungen von Betroffenen und Nicht-Betroffenen sollen Gesundheitsdaten aus der NAKO Gesundheitsstudie und aus dem Nationalen Pandemie Kohorten Netz des NUM ergänzen. So sollen Zusammenhänge zwischen Infektionen und Krankheitsverläufen sichtbar werden.
Auch der Aufbau neuer Nachwuchsgruppen im Themenbereich der Forschung zu postinfektiösen Erkrankungen ist vorgesehen.