Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR ) stärkt mit einer neuen Förderrichtlinie die Forschung zu Beschwerden in den Wechseljahren. Interdisziplinäre Projekte können ab sofort Skizzen einreichen.
Neue Fördermaßnahme zu Forschung über Wechseljahre
Mit einer neuen Förderrichtlinie gibt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) einen starken Impuls für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Ursachen, dem Verlauf und der Behandlung von Wechseljahren. Ziel ist es, Evidenzlücken zu schließen und innovative Ansätze für Prävention, Diagnostik und Therapie zu entwickeln.
Großer Bedarf an Forschung und Versorgung
Rund neun Millionen Frauen in Deutschland befinden sich derzeit in den Wechseljahren – und etwa 80 Prozent von ihnen erleben Beschwerden, die den Alltag bei vielen stark beeinträchtigen. Viele Symptome, vor allem in der Perimenopause, bleiben unerkannt oder werden falsch eingeordnet. Hinzu kommt: Die Wechseljahre beeinflussen maßgeblich langfristige Gesundheitsrisiken, etwa für Herz-Kreislauf-, Knochen- oder kognitive Erkrankungen. Dennoch ist das Forschungsfeld international unterrepräsentiert.
Interdisziplinäre Verbünde im Fokus
Gefördert werden vor allem Verbundforschungsprojekte, die unterschiedliche Disziplinen zusammenbringen. In begründeten Ausnahmefällen können auch Einzelvorhaben universitärer Einrichtungen unterstützt werden. Die Forschung soll sich unter anderem mit biologischen Mechanismen, neuen Biomarkern, verbesserten Diagnoseverfahren oder neuen therapeutischen Ansätzen befassen. Auch der Blick auf prämature Wechseljahre gehört zu den möglichen Themenfeldern.
Partizipation und Diversität als Leitlinien
Besondere Bedeutung hat die aktive Einbindung von Betroffenen und weiteren Akteuren und Akteurinnen aus dem Gesundheitswesen. Die geförderten Projekte sollen zudem die Diversität der Zielgruppen berücksichtigen und den Forschungsprozess transparent kommunizieren. Die Daten sollen auch für die nachträgliche Nutzung bereitgestellt werden – ein Beitrag zur guten wissenschaftlichen Praxis.
Bewerbungsphase gestartet
Das zweistufige Förderverfahren beginnt mit der Einreichung von Projektskizzen bis zum 15. April 2026 um 12:00 Uhr über das Portal easy-Online. Ausgewählte Konsortien werden anschließend zur Antragstellung aufgefordert. Die Förderung ist in der Regel auf fünf Jahre ausgelegt und trägt auch zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen bei.