Welche Möglichkeiten neue Arbeitsmodelle den Beschäftigten bieten

Teilzeitarbeit und Home Office sind nur der Beginn eines Trends, der Beschäftigten neue Freiheiten schafft. Wo der Trend hinführt, ist heute noch unklar. Fest allerdings steht: In neuen Arbeitsfeldern entstehen kontinuierlich neue Chancen. Flexible Arbeitsmodelle und ein mögliches Bedingungsloses Grundeinkommen bieten den Beschäftigten ganz neue Perspektiven. Gewohnheitstier Mensch: Viele trennen sich nur ungern von lieb gewonnenen Routinen. Täglich arbeiten von 9 bis 17 Uhr? Gerne, aber bitte keine Minute länger. Täglich in der gleichen überfüllten Bahn fahren? Kein Problem, man arrangiert sich. Mit dem Wandel der Arbeitswelten können sich viele Gewohnheiten verändern – und neue entstehen.

Die 40-Stunden-Woche mit Anwesenheitspflicht zählt vielleicht schon morgen zur Arbeitswelt von gestern. Denn wer sagt, dass sich Arbeit nicht schneller als in 40 Stunden erledigen lässt? Und wer schreibt den fast 20 Millionen Pendlerinnen und Pendlern in Deutschland vor, täglich zur Arbeit in eine andere Gemeinde zu fahren?

Beschäftigte können ihre Arbeitstage schon heute stärker als in der Vergangenheit selbst gestalten. Flexible Arbeitszeitmodelle wie die Elternteilzeit tragen dazu bei, dass viele Mütter und Väter Familie und Beruf gut vereinbaren können. Viele Berufstätige können ihre Arbeit ins Home Office verlegen und verbinden sich per E-Mail, Chat, Telefon oder Videokonferenz mit den Kolleginnen und Kollegen im Büro.

Auch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen kann die Arbeit im Home Office neue Möglichkeiten eröffnen. Durch technologische Fortschritte lassen sich Arbeitsplätze außerdem besser auf die Bedarfe von Menschen mit Behinderungen anpassen. Für sie ergeben sich durch die Digitalisierung teilweise neue Chancen.

Chancengleichheit rückt in den Fokus

In den Arbeitswelten der Zukunft wird die Chancengleichheit für Frauen ein beherrschendes Thema bleiben. Es sollte möglich werden, bestehende Rollenbilder zwischen Frauen und Männern in der Arbeitswelt aufzubrechen. Dadurch könnten mehr Frauen Führungspositionen einnehmen und zum Vorbild neuer Generationen von Führungskräften werden.

Gleichzeitig werden Initiativen diskutiert, die unter anderem auf die Förderung von Mädchen in Mathematik, Informatik und naturwissenschaftlichen Schulfächern, eine gezielte Etablierung von Betriebskindergärten und die Chancengleichheit in Rekrutierungsverfahren abzielen. Hier beginnt ein Umdenken, das in den Arbeitswelten der Zukunft zu einer größeren Chancengerechtigkeit führen kann.

Neue Arbeitsmodelle, neue Freiheiten

Schon heute entstehen neue Arbeitsmodelle, die den Wandel der Rahmenbedingungen in den Arbeitswelten der Zukunft vorzeichnen: Beim Coworking arbeiten zumeist Selbständige und Angestellte, die Home Office-Möglichkeiten nutzen, aus unterschiedlichen Branchen gemeinsam im gleichen Raum und können vielfältigste Formen von Kooperationen bilden. Anders funktioniert das Crowdworking: Hier können sich Kreative auf Plattformen im Internet an vielfältigen Ausschreibungen beteiligen ­– und unabhängig von Zeit und Ort ihre Aufgaben erledigen.

In Betracht gezogen wird auch die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens, das durch die einheitliche Besteuerung von Löhnen, Zinsen, ausgeschütteten Gewinnen, Dividenden, Tantiemen, Mieteinnahmen, Transaktions- und Spekulationsgewinnen finanziert werden könnte. Es wäre insofern gerecht, als dass es alle Menschen gleichermaßen erhalten, und könnte insbesondere Frauen und Männern helfen, die sich in Auszeiten beruflich neu orientieren und qualifizieren.

Der Mensch gewinnt in diesen Modellen neue Freiheiten. Aber es stellen sich auch drängende Fragen: Welche Perspektiven bieten die Tätigkeiten? Wie steht es um die Altersvorsorge? Und welches Ansehen genießt die Arbeit?

Während sich die Arbeitswelten wandeln, verändert die Gesellschaft ihre Einstellung zur Arbeit. Nachdem Teilzeit in der Vergangenheit kaum Akzeptanz fand, ist sie heute in weiten Teilen der Gesellschaft angesehen. Ob Co- und Crowdworking morgen gesellschaftlich angesagt sind? Wir wissen es nicht. Sicher ist nur: Auch in den Arbeitswelten der Zukunft kann der Mensch seinen Lebensentwurf in eigener Verantwortung selbst gestalten.