Woher kommt der Nachwuchs für zukünftige Robotikaufgaben?

Die „roboterfabrik“ in Hannover macht Schlagzeilen. Hier wird die kommende Generation der Robonatives ausgebildet und Lehrinhalte der Robotik praktisch angewendet.

Die Leibniz Universität Hannover (LUH) und die Region Hannover haben mit der „roboterfabrik“ ein gemeinsames Leuchtturmprojekt gestartet. Das Konzept richtet sich an Schülerinnen und Schüler allgemein- und berufsbildender Schulen sowie an Auszubildende und Studierende der Ingenieurwissenschaften. Das Angebot dient auch dazu, den Standort Hannover attraktiv für Studierende und Unternehmen zu machen.

Die Wissensvermittlung erfolgt durch praktische Arbeiten der Teilnehmenden mit neuester Robotertechnologie. Die am Projekt beteiligten Institute der LUH, das Institut für Regelungstechnik (IRT) und das Institut für Mechatronische Systeme (imes), sorgen für den aktuellen Stand der Technik. Die teilnehmenden Gruppen lösen praxisorientierte Aufgaben in Form sogenannter Robothons („Roboter“ + „Marathon“). Das Konzept lehnt sich an die aus der Informatik bekannten Hackathons an. Eine Woche lang arbeiten die Gruppen an einer komplexen Aufgabe. Das Projekt fördert nicht nur die fachlichen Fähigkeiten, sondern auch selbstständiges Arbeiten und Selbstorganisation in Gruppen.

Robothon MRK 2017: Cocktail-Roboter (IRT Hannover)

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Für Studierende werden Robothons begleitend zu Vorlesungen angeboten, um die im Semester erlernte Theorie praktisch mit einem Roboter umzusetzen und so zu vertiefen. Schülergruppen führen Robothons mit Robotersystemen am Roberta RegioZentrum Hannover durch, das direkt an die „roboterfabrik“ angegliedert ist. In einem Mix aus der Vermittlung theoretischer Grundlagen und der praktischen Anwendung lernen sie spielerisch von studentischen und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität den Umgang, die Möglichkeiten und die Grenzen der Systeme kennen. Nach einem solchen Robothon präsentierte beispielsweise eine Schülergruppe auf der IdeenExpo 2017 einen selbstprogrammierten Roboter. Dieser bediente eine Button-Maschine und presste insgesamt 1000 Anstecker für Standbesucherinnen und -besucher.

Das Pilotprojekt soll künftig auf weitere Robotik-Zentren übertragen werden. Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover, hebt den Leuchtturm-Charakter der „roboterfabrik“ hervor: „Dieses Projekt ist bundesweit einmalig und entwickelt Strahlkraft weit über die Grenzen der Region Hannover hinaus. Mit der ‚roboterfabrik‘ wird es uns gelingen, den Nachwuchs fit für die Zukunft zu machen. Das ist die Grundlage für eine starke Wirtschaftsregion Hannover.“ Dass dies auch bundesweit so gesehen wird, belegt die Kür zu einem der 100 Preisträger des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2018. Eine unabhängige Jury wählte die „roboterfabrik“ unter knapp 1.500 eingereichten Bewerbungen aus.

07.06.2018