Wie ist das Verhältnis zw. den Krankheiten Multiple Sklerose, long-COVID und ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/das Chronische Fatigue-Syndrom)? Ist letztere nicht eine Teilmenge bzw. Variante der MS?
Ich selbst bin an MS erkrankt (m, 55 Jahre alt, Diagnose 2009) und habe im Herbst 2021 von der mangelnden Forschung zur ME/CFS erfahren. Beide Krankheiten scheinen Spätfolgen von Virusinfektionen zu sein, womit wir auch in den folgenden Monaten und Jahren in Bezug auf long-COVID konfrontiert sein werden.
Nun ist mein Wissensstand der, dass MS diagnostiziert wird, wenn alle anderen neurologischen Schädigungen ausgeschlossen werden können. Wie kann es dann sein, dass ME/CFS-Erkrankte durchs Raster fallen und ihnen keine adäquate Behandlung zukommt?
Anfang 2022 wurde eine Studie veröffentlicht, die EBV als Auslöser von MS identifiziert. Wäre es da nicht sinnvoll, den MS-Begriff so weit zu fassen, dass er auch die ME/CFS beinhaltet und mit dem bereits vorhandenen, hervorragend ausgebauten Netz an MS-Zentren alle Betroffenen gut versorgt werden können?