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„Hilfe, ich komme nicht mehr aus der Badewanne!“

Kommunale Beratungsstellen informieren über hilfreiche Technik im Alter

Eine junge Frau berät ein älteres Paar
Quelle: Thinkstock

Zahlreiche Produkte können ältere Menschen dabei unterstützen, ihr Leben selbstbestimmt im eigenen Zuhause zu gestalten. Jedoch  wissen viele Bürgerinnen und Bürger nicht, dass ein großes Spektrum technischer Unterstützungssysteme bereits  existiert. Umso wichtiger sind ein umfassendes Informationsangebot und gute Beratung. In „Kommunalen Beratungsstellen“ können sich Interessierte ab 2014 über technische Assistenzsysteme informieren.

Die BMBF-Initiative "Besser leben im Alter durch Technik" unterstützt Kommunen, entsprechende Beratungsstellen einzurichten. Unterstützt wird die Initiative durch das Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie, das mit Fördermitteln des BMBF eine digitale Datenbank aufbaut. Diese katalogisiert und erklärt die vorhandenen technischen Assistenzsysteme. Auf die Datenbank können die kommunalen Beratungsstellen zugreifen, um Bürgerinnen und Bürgern einzelne Produkte zu präsentieren.

Stimme aus der Praxis 

Die Diplom-Ingenieurin Katja Porsch leitet bereits seit November 2011 eine im Schwarzwald angesiedelte Beratungsstelle "Alter und Technik“, die Modell für die bundesweite Initiative stand.

Portraitbild von Katja Porsch

Frau Porsch, worüber können sich Bürgerinnen und Bürger genau bei Ihnen informieren?

Katja Porsch: Bei mir kann man sich zunächst einmal darüber informieren, welche technischen Hilfsmittel überhaupt für den Betreffenden sinnvoll sind. Dazu mache ich auch gerne Hausbesuche, um die individuellen Bedürfnisse und den Tagesablauf vor Ort kennenzulernen. Darüber hinaus geht es um Fragen wie: Wo bekomme ich was? Wer hilft beim Einbau und bei Wartungen? Wo erhalte ich finanzielle Unterstützung? Und welche Dienstleister sollten einbezogen werden – etwa im Falle eines Pflegedienstes, der dann auf einen Notruf reagieren kann.

Und mit welchen Fragen sind Sie in Ihrer täglichen Arbeit am häufigsten konfrontiert? 

Katja Porsch: Viele Anfragen beziehen sich auf die Barrierefreiheit in der eigenen Wohnung. Was kann man tun, wenn es schwierig wird, in die oder aus der Badewanne zu steigen? Ein weiterer Bereich sind Haushaltsgeräte. Mittlerweile ist es beispielsweise möglich, dass sich ein Herd bei Überhitzung automatisch abstellt. Und dann gibt es natürlich zahlreiche Hilfsmittel, die etwa das Fernsehbild größer machen, die Uhr vorlesen oder daran erinnern, die Medikamente einzunehmen. In letzter Zeit wird auch immer häufiger nach Internet für Senioren gefragt. Auch hier existieren mittlerweile pfiffige Lösungen.

Sind diese Angebote denn auch bezahlbar?

Katja Porsch: Das hängt natürlich ganz davon ab. Aber technische Assistenzsysteme müssen nicht automatisch teuer sein. Viele kleine Hilfsmittel, die den Alltag bereits deutlich erleichtern und sicherer machen, sind durchaus erschwinglich. Einige Hilfsmittel werden auch von den Krankenkassen finanziert. Und im Falle einer Pflegeeinstufung kann man finanzielle Beihilfe bei den Pflegekassen für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes beantragen. Bei einem Umbau in Richtung Barrierefreiheit kann die KfW-Bank vergünstigte Darlehen anbieten.


Nationale Referenzdatenbank 

Unterstützt wird die Initiative durch das Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie, das eine digitale Datenbank aufbaut. Diese katalogisiert und erklärt die vorhandenen technischen Assistenzsysteme. Auf die Datenbank können die kommunalen Beratungsstellen zugreifen, um Bürgerinnen Bürger einzelne Produkte vorzustellen. 

Technische Assistenzsysteme, die den Alltag erleichtern