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Nord- und Ostsee leiden unter Plastikmüll

Nord- und Ostsee leiden unter Plastikmüll

Neue Zahlen belegen das Ausmaß des Problems

Belastung der heimischen Meere besorgniserregend

Fast alle tot gestrandeten Vögel haben Plastik im Magen. Ihre Nester bestehen beinahe komplett aus Kunststoffen. Zeit, zu handeln.

Das Plastikmüllproblem an der deutschen Nord- und Ostsee ist groß. Laut einer aktuellen Studie liegt der Anteil von Plastik im Strandmüll an der Nordsee bei 89 Prozent, an der Ostsee bei 70 Prozent. 96 Prozent der tot gestrandeten Eissturmvögel haben Plastikteile in ihren Mägen. Die Nester der Basstölpel auf Helgoland bestehen fast komplett aus Kunststoffen, die Sterblichkeit erwachsener Vögel hat sich dadurch um bis zu ein Fünffaches erhöht.

Meeresmüll ist eine Folge der heutigen Wegwerfgesellschaft und den Produktions- und Konsummustern geschuldet. Produzenten sind gefragt, stärker Verantwortung für den weiteren Lebensweg der von ihnen in Umlauf gebrachten Konsumgüter zu übernehmen. Aber auch jede Bürgerin und jeder Bürger muss sich der Verschmutzung bewusst werden und Plastikmüll bestenfalls vermeiden.

Jährlich landen fünf bis 13 Millionen Tonnen Müll insbesondere durch inadäquates Abfallmanagement und achtlose Entsorgung von Müll in die Umwelt in den Meeren und Ozeanen. Das hat drastische Folgen für die Meeresumwelt. Mittlerweile wurden für mehr als 800 Arten von Meereslebewesen negative Auswirkungen durch Meeresmüll nachgewiesen. Dazu zählen das Verschlucken von Plastik und das Strangulieren in Müllteilen.

Bei einem Pilotmonitoring von Plastikpartikeln in den Magen-und Darmtrakten von 258 im Freiwasser und 132 am Meeresboden lebenden Fischen in Nord- und Ostsee wurden in 69 Prozent der untersuchten Fischproben Mikroplastik nachgewiesen. Verbraucher müssen verinnerlichen, dass jegliche Verpackung oder andere Produkte aus Plastik, die in die Umwelt geraten, dort bis zu Jahrhunderte verbleiben und Tier wie auch Mensch schädigen können.


19.06.2017

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