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125 Jahre Meeresforschung Helgoland

125 Jahre Meeresforschung Helgoland

Das AWI öffnet seine Türen

Meeresforschung auf Helgoland wird 125

Meeresforschung hat in Deutschland eine lange Tradition, die schon im 19. Jahrhundert ihre erste Blütezeit erlebte. Im Jahr 1892 wurde auf Helgoland die Königliche Biologische Anstalt gegründet, denn das Felswatt und die über 35 Quadratkilometer große unterseeische Felslandschaft Helgolands beherbergen die reichste marine Tier- und Pflanzenwelt der deutschen Küste. 1924 folgte dann die Zweigstelle in List auf Sylt. Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erforschen seitdem auf den beiden Inseln die Ökologie der Küsten- und Schelfmeersysteme. Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums lädt das Alfred-Wegener-Institut (AWI) im Wissenschaftsjahr 2016*17 - Meere und Ozeane zu einem Tag der offenen Tür auf Helgoland und Sylt ein.

Was passiert mit Plastikmüll im Meer? Wie funktioniert die weltweit längste Plankton-Daueruntersuchung? Und was machen eigentlich Forschungstaucher? Besucherinnen und Besucher können am 19. Mai auf Helgoland und am 20. Mai auf Sylt mehr über die vielfältigen Forschungsthemen und die Arbeit der Forscherinnen und Forscher erfahren. Auch Kinder lernen während einer Rallye Spannendes über die Meeresforschung.
Als besonderes Highlight öffnet das Forschungsschiff Heincke im Hafen von Helgoland an diesem Tag seine Luken. Mit einer Länge von fast 55 Metern ist die FS Heincke das zweitgrößte Schiff in der AWI-Flotte. An gut 250 Tagen im Jahr ist das Schiff auf See in der Nordsee und dem Nordatlantik und bietet zwölf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Platz zum Leben und Arbeiten. Besucherinnen und Besucher können sich auf dem Forschungsschiff umschauen und die Brücke, die Kammern, die Labore sowie das Arbeitsdeck kennenlernen.

Die Forschung auf Helgoland und Sylt nimmt mit ihrer langen Tradition und gleichzeitig zukunftsweisenden Ausrichtung einen führenden Platz in der europäischen Meeresforschung ein. Aus der Königlichen Biologischen Anstalt entstand später die Biologische Anstalt Helgoland (BAH), die 1998 Teil des Alfred-Wegener-Instituts wurde.
„Seit nunmehr 125 Jahren erforschen und entdecken Forscherinnen und Forscher von Helgoland aus die Vielfalt der Meere und Ozeane“, würdigt Karl-Eugen-Huthmacher, Abteilungsleiter Zukunftsvorsorge – Forschung für Grundlagen und Nachhaltigkeit im Bundesministerium für Bildung und Forschung den Einsatz des AWI. „Insbesondere die Messungen, die Sie hier vor Helgoland täglich durchführen, haben zu einer unvergleichlichen Zeitreihe wichtiger Daten und relevanter Ergebnisse geführt.“ Seit 1962 wird etwa täglich Nordseewasser beprobt. In den folgenden Jahrzehnten entstand mit der Messreihe „Helgoland Reede“ ein Datenschatz. Diese Langzeitmessungen erlauben es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern heute, Klimaveränderungen und menschliche Eingriffe in der Nordsee genauer zu analysieren.
Wichtige Fragestellungen, die die Meeresforscher auf Helgoland bearbeiten, betreffen unter anderem die Folgen von menschlichen Eingriffen in das Ökosystem der Nordsee, die Auswirkungen von Temperatur- und Nährstoffänderungen sowie die Folgen von Plastikverschmutzung.

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