Zum Wissenschaftsjahr 2018
Roboter besucht Unterwasservulkane im Pazifik

Roboter besucht Unterwasservulkane im Pazifik

Expedition untersucht Möglichkeiten des Abbaus von Rohstoffen

Expedition unter deutscher Leitung startet Ende des Jahres von Neukaledonien aus

Schwarzer Rauch am Meeresboden und eine Vielfalt an Lebensformen: Die Welt der Unterwasservulkane ist faszinierend und geheimnisvoll. Doch nicht das Spektakel führt eine Expedition unter deutscher Leitung in die Tiefen des Pazifiks: Es geht um ein besseres Verständnis des globalen Stoffhaushalts der Meere - und darum, ob sich Rohstoffe wie Kupfer, Eisen oder Silber und Gold in der Tiefsee abbauen lassen, ohne die Umwelt zu schädigen.

Ende des Jahres bricht ein interdisziplinäres Forscherteam unter Leitung der Geowissenschaftlerin Andrea Koschinsky mit dem Forschungsschiff „Sonne“ von Neukaledonien aus auf. Koschinsky ist Professorin für Geochemie an der Jacobs University in Bremen. Sie und ihre Mitstreiter reisen zum Kermadec-Bogen, einer Unterwassergebirgskette nördlich von Neuseeland. Zahlreiche Unterwasservulkane produzieren dort mal schwefelreiche, mal besonders gasreiche Lösungen und ernähren damit ganz unterschiedliche Lebensformen. In Wassertiefen zwischen 200 und 1600 Meter wird der Tiefseeroboter „Quest“ Proben nehmen, die später ausgewertet werden sollen.

Dabei geht es um einen möglichen Tiefseebergbau, wie er 2017 vor Papua-Neuguinea weltweit erstmals in großem Maßstab starten soll. In welcher Konzentration kommen Rohstoffe vor? Lassen sie sich ohne Schädigung der Umwelt abbauen? Die Forscher untersuchen ferner die Interaktion zwischen den Unterwasserlebenswelten, den heißen Quellen und den Mineralien. Außerdem beschäftigt sie die Frage, welche Bedeutung die Spurenmetalle für den globalen Stoffhaushalt der Meere haben. Dem Team gehören neben deutschen Wissenschaftlern auch zwei neuseeländische Gruppen und ein Amerikaner an.

Den Rauch unter Wasser erklärt Koschinsky übrigens als Abschreckungsreaktion auf eine heiße unterirdische Zirkulationsquelle: Kaltes Meerwasser sickert in den Untergrund und wird von Magma erhitzt. Dann wäscht es das unterirdische Gestein aus, steigt wieder auf, trifft auf kaltes Meerwasser und wird als Rauchfahne sichtbar.


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