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Von der Weser bis zur Nordsee – wie gelangt der Plastikmüll ins Meer?

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Mikroplastik in Weser und Wattenmeer

PLAWES erforscht Mikroplastik-Verunreinigungen in Ökosystemen

Wie und wo genau gerät der Plastikmüll ins Meer? Die Weser und das Wattenmeer bieten sich geradezu an, das Thema Mikroplastik systematisch zu erforschen.

Auf dem Weg zum Meer passiert der Fluss sowohl städtische als auch landwirtschaftlich genutzte Regionen. Das Team des neuen Forschungsverbundes PLAWES erwartet auf der Strecke Plastikeinträge von unterschiedlichen Verursachern. Die Einträge lassen sich entlang der Weser getrennt voneinander bilanzieren und vergleichen. Das Mündungsgebiet steht bereits unter besonderer Beobachtung, da der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt.

Weltweit steigt die Verschmutzung von Gewässern durch Plastikmüll. Das konnten Stichproben auch für die Weser und die Nordsee zeigen. Jetzt gehen die Universität Bayreuth und das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) zusammen mit weiteren Beteiligten das Problem gemeinsam an. „Die bisherigen Mikroplastik-Studien liefern meistens nur Momentaufnahmen, und sowohl die angewandten Methoden als auch die Ergebnisse sind kaum miteinander vergleichbar. Mit unserer ganzheitlichen Herangehensweise wollen wir dazu beitragen, einige empfindliche Wissenslücken zu schließen“, erklärt der Bayreuther Professor Christian Laforsch. „Wir wissen beispielsweise im Einzelnen noch viel zu wenig darüber, welche Rolle Wind und Wetter, Bodenerosion, Abwassersysteme und Kläranlagen bei der Entstehung und Verbreitung von Mikroplastik spielen. Ebenso benötigen wir belastbare Daten, die ein klares Bild von der Akkumulation der Plastikteilchen in verschiedenartigen Ökosystemen vermitteln, und auch die Wechselwirkungen zwischen Plastikeinträgen in der Umwelt und tierischen Organismen wollen wir genauer und umfassender nachverfolgen, als dies bisher geschehen ist“, ergänzt Gunnar Gerdts vom Alfred-Wegener-Institut am Standort Helgoland.

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„Mikroplastikkontamination im Modellsystem Weser - Nationalpark Wattenmeer: ein ökosystemübergreifender Ansatz“ – kurz: „PLAWES“ zielt auf das große Ganze. Die Forscherinnen und Forscher hoffen, dass sich ihre in der Pilotregion gewonnenen Ergebnisse und entwickelten Konzepte auf ähnliche Fluss- und Küstenregionen in anderen Weltregionen übertragen lassen. Es gelte die Abwehr von Gefahren, die von Plastikmüll ausgehen, in globale Strategien zu integrieren.

Eine wichtige Rolle beim Thema Plastikmüll im Meer spielt die Umweltbildung. Auch darum kümmert sich PLAWES. Biologiedidaktiker aus Bayreuth und Oldenburg wollen hier Urteilsfähigkeit, Einstellungen und Wissen zu Plastikmüll von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften erheben. Gemeinsam mit dem AWI Schülerlabor auf Helgoland werden Lernmaterialien zum Thema Mikroplastik erarbeitet und erprobt. Ein mehrsprachiges Internet-Portal der Biologiedidaktik Bayreuth bereitet die im Rahmen von PLAWES erzielten Forschungsergebnisse und aktuelles Expertenwissen auf, um die internationale Sichtbarkeit und Wirksamkeit des Projekts zu erhöhen.

28.09.2017

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