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Schon vorbei – Schlussfolgerungen und Abschluss

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Schon vorbei – Schlussfolgerungen und Abschluss

Direkt von Bord – Der dritte Expeditionsblogbeitrag des Forschungsschiffes Poseidon!

Direkt von Bord – Ein Expeditionsblogbeitrag der FS Poseidon!

Der dritte Expeditionsblogbeitrag der Poseidon-Reise 502 Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell neun Arbeitstage vorbeigehen. Für Meeresforscher ist die Zeit auf See die spannendste im Jahr – die Überlegungen und Theorien, die man am Schreibtisch entwickelt hat, werden in der Realität getestet. Das ist immer eine unheimlich intensive Lernerfahrung, die uns alle sehr mitnimmt. Und dann, ganz plötzlich, ist es vorbei und wir dampfen ab Richtung Zielhafen.

Impressionen der Forschung an Bord (Bildergalerie)

Apropos Fahrtbericht: Was haben wir denn während der Reise gelernt? Haben wir unsere Ziele erreicht? Nico Augustin, der zusammen mit unserer isländischen Kollegin Bryndis Brandsdottir das Echolot während der Nachtschicht betreute, hat eine Übersichtskarte der Vermessungen und Beprobungen gemacht, die einen guten Überblick liefert (s. Bildergalerie). Als wir vor zwei Wochen mit der Fahrt anfingen, wussten wir nur, dass es Lavaflüsse am Meeresboden in dem Gebiet gab (sie befinden sich in den blauen Feldern auf der Karte), und wir hatten bereits eine Karte des Meeresbodens im zentralen Teil des Gebietes von unserer ersten Expedition vor vier Jahren. Während der POS-502 haben wir ca. 23.000 Quadratkilometer Meeresboden – eine Fläche so groß wie Mecklenburg-Vorpommern – neu kartiert (die schwarzen Striche auf der Karte zeigen die gefahrenen Profile).

Prof. Colin Devey ist Meeresvulkanologe und Geochemiker. Am Geomar-Forschungszentrum in Kiel leitet er die Abteilung „Magmatische und Hydrothermale Systeme“. Sein Traum ist es, die Erforschung des Meeresbodens so einfach zu machen wie die Erforschung der Landflächen. Dafür entwickeln er und sein Team seit Jahren Roboter, die wie Hände und Augen in der Tiefsee funktionieren. Der gebürtige Engländer wohnt seit 1988 in Norddeutschland, hauptsächlich in Kiel.

Wir haben über 30 neue Lavaproben an den mit einem roten Punkt markierten Stellen gewonnen. Und vor allem haben wir die Verbindung zwischen Aussehen und Form eines Lavaflusses und sein Sonarecho während der ROV-Tauchgänge (gelbe Striche) deutlich bestimmen können. Wir sind sehr zufrieden und haben ausreichend Daten gesammelt, um uns für die nächsten Monate am Schreibtisch zu beschäftigen und uns von neuen Ideen inspirieren zu lassen. Wir kennen die Ozeane und ihre vielen Facetten kaum und verstehen viele ihre Prozesse nicht. Dafür fahren wir immer wieder zur See, um so vor Ort die notwendigen Beobachtungen und Messungen durchzuführen.

Aber jetzt freuen wir uns auf Freunde und Familie zu Hause. Schon stehen viele an Deck und blicken nach Backbord, wo schon die Vestfirðir, die bergige Nordwestküste Islands, zu sehen ist. Und es gibt ungewöhnliche Geräusche - das Piepsen von Handys! Das haben wir seit zwei Wochen nicht gehört (und, wenn ich ehrlich bin, nicht vermisst). Aber jetzt sind wir in Reichweite des isländischen Telefonnetzes, das auf das Meer hinaus reicht.

Im Namen der Fahrtleiterin und der gesamten wissenschaftlichen Besatzung der POS-502 verabschiedet sich, Colin Devey

Hier geht's zum ersten Expeditionsblog von Bord der Poseidon

Hier geht's zum zweiten Expeditionsblog von Bord der Poseidon