Veranstaltungsarchiv
Heiße Quellen der Tiefsee: Oasen des Lebens
Vortrag "Wissen um 11" von Frau Prof. Dr. Nicole Dubilier, Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, über die Lebensgemeinschaften der Tiefsee.
Die Tiefsee nimmt mehr als 60 Prozent der Erdoberfläche ein. Dennoch wissen wir weniger über sie als über den Mond. Lange galt die Tiefsee wegen der dort vorherrschenden Bedingungen als lebensfeindliche Wüste. Erst vor 40 Jahren entdeckten Forscher reichhaltige Lebensgemeinschaften an heißen Quellen in 3000 Meter Wassertiefe. Es war eine der größten biologischen Sensationen des 20. Jahrhunderts. Vor dieser Entdeckung dachte man, dass solch reichhaltige Ökosysteme fernab vom Sonnenlicht nicht existieren können. Heute wissen wir: Symbiosen bilden die Grundlage dieser Lebensgemeinschaften zwischen Bakterien und Tieren. Die symbiontischen Bakterien nutzen energiereiche chemische Verbindungen aus den heißen Quellen, wie Schwefelwasserstoff und Methan, um Biomasse zu erzeugen und ihre Wirte, die Tiere, zu ernähren. Die Symbiosen sind enorm vielfältig. Das zeigt, dass nicht nur Wettkampf zur Artenvielfalt führen, sondern auch Symbiosen und Kooperation treibende Kräfte der Evolution sind.
Heiße Quellen der Tiefsee: Oasen des Lebens
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