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Tipp

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1. Mai – 30. Juni 2017

Daten sammeln für die Wissenschaft

Die Plastikpiraten – Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren in Projektgruppen – erheben bundesweit Daten zu Kunststoffvorkommen an und in deutschen Fließgewässern. Sie sollen herausfinden: Wie viel und welcher Plastikmüll lässt sich dort finden? Wo sammelt sich besonders viel Müll? Und welche Rolle spielt die Fließgeschwindigkeit dabei? Mit wissenschaftlichen Methoden wird gefiltert und gezählt und das Ergebnis auf einer digitalen Deutschlandkarte dokumentiert.

Mit den gewonnenen Daten arbeitet die Kieler Forschungswerkstatt weiter (siehe Interview). Dort wird zum Beispiel analysiert, welche Flussabschnitte besonders stark mit Plastik verschmutzt sind und wie sich die Belastung von der Quelle bis zur Mündung eines Flusses entwickelt. Daraus lassen sich wirksame Schutzmaßnahmen ableiten, die Flüssen, Meeren und letztlich uns selbst zugutekommen.

Die Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“ ist eine Citizen-Science-Aktion und trägt zur Forschung über die Verbreitung von Makro- und Mikroplastik an und in deutschen Flüssen bei. Bei Citizen-Science-Projekten können sich an Wissenschaft interessierte Menschen direkt in den Forschungsprozess einbringen. Man spricht daher auch von Bürgerwissenschaften: Wissenschaftlerinnen und Forscher arbeiten mit Bürgerinnen und Bürgern Hand in Hand.


Die Eckdaten der Aktion

Aktionszeitraum: Beprobung vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2017
Endtermin zur Datenübermittlung: Bis zum 15. Juli 2017 müssen die Forschungsdaten eingegeben werden. Eine Eingabe ist ab dem 1. Mai über das Formular möglich.

Oft gestellte Fragen zur Aktion (FAQs) findet ihr hier.

 

Deutsch-britische Forschung

Das Vereinigte Königreich und die Bundesrepublik Deutschland sind auf dem Gebiet der Meeresforschung schon lange eng verbunden. Jetzt ist das Vereinigte Königreich das Partnerland im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane. Gemeinsam erforschen, nutzen und schützen beide Länder die Meere und Ozeane.

Schülerinnen und Schüler aus dem Vereinigten Königreich sind eingeladen, im Aktionszeitraum (1. Mai bis 30. Juni 2017) nach Deutschland zu reisen, um gemeinsam mit ihrer deutschen Partnerschule Teil dieses spannenden und lehrreichen Erlebnisses zu werden. In einer gemeinsamen Projektwoche können insgesamt zehn britische Schulklassen gemeinsam mit Plastikpiraten in Deutschland auf bilinguale Expedition gehen. Sie gehen zentralen Umweltfragen nach und vertiefen ihre Partnerschaften. Die Reise- und Unterkunftskosten für die zehn britischen Schulklassen werden übernommen. Der Antrag hierfür muss über die deutsche Partnerschule gestellt werden und die Abrechnung der Kosten bis zum 30. September 2017 erfolgen. Mehr Informationen könnt ihr diesem Infoblatt entnehmen.


Ein Fahrrad, eine Heizung und jede Menge Plastikschrott

Interview mit Dr. Katrin Knickmeier und Katrin Kruse von der Kieler Forschungswerkstatt

Hunderte „Plastikpiraten“ haben sich 2016 in und an deutschen Bächen und Flussläufen auf die Suche nach Plastikmüll gemacht – und sie sind fündig geworden. Ihre reiche Ausbeute haben sie der Kieler Forschungswerkstatt zur Analyse und Auswertung geschickt. Dr. Katrin Knickmeier und Katrin Kruse erklären im Interview, wie wertvoll die eingeschickten Daten sind und welche Erkenntnisse sich hinsichtlich der Belastung deutscher Flüsse gewinnen lassen.

Nach einer ersten Sichtung der eingegangenen Datensätze: Haben die „Plastikpiraten“ mithilfe des Aktionsheftes valide Daten sammeln können?

In ganz Deutschland wurden Daten erhoben, in einigen Gegenden mehr, in anderen weniger. Vor allem entlang des Rheins wurden sehr vielen Proben genommen, wie die Karte auf der Website der Plastikpiraten zeigt. Bei der Elbe, der Spree, der Donau und vielen weiteren Flüssen gibt es noch jede Menge Potential für weitere Probennahmen. Schön ist auch, dass die Gruppen sowohl an großen Flüssen als auch an kleinen Bächen Proben genommen haben. Und besonders toll ist, dass sich alle Gruppen viel Mühe gegeben haben, die einzelnen Aufgaben im Aktionsheft vollständig und ausführlich zu bearbeiten!

Kann man schon erkennen, wo und wie stark deutsche Fließgewässer mit Plastikmüll belastet sind?

Eine Tendenz zeichnet sich noch nicht ab, dafür brauchen die Wissenschaftler noch ein wenig Zeit. In der Online-Grafik kann aber bereits jetzt jede Gruppe sehen, wie ihr eigener Fund im Verhältnis zum deutschlandweiten Durchschnittswert steht: https://www.wissenschaftsjahr.de/2016-17/mitmachen/junge-wissenschaftsinteressierte/plastikpiraten.html. Die genaue Auswertung wird einige Monate in Anspruch nehmen – Wissenschaft braucht häufig einfach etwas Zeit.

Gab es besonders kuriose Funde oder wurde etwas entdeckt, mit dem Sie gar nicht gerechnet hätten?

Ja, es wurde zum Beispiel ein funktionstüchtiges Fahrrad aus dem Fluss gefischt, aber auch einige ziemliche rostige Exemplare gefunden. Außerdem wurde eine Baustellenabsperrung am Flussufer entdeckt, die schon einige Zeit im Wasser gelegen haben muss. Und es wurden Koffer, ein Herd und sogar Heizkörper in Flüssen gefunden. Sehr häufig wurden aber Plastik und Zigarettenstummel gefunden.

Was genau passiert gerade mit den eingesendeten Ergebnissen und Proben und wie geht es weiter mit der Auswertung der Datensätze?

Die eingesendeten Proben werden sorgfältig entpackt, untersucht und mit den online hochgeladenen Ergebnissen jeder Gruppe abgeglichen. Sollte etwas unklar sein, meldet sich die Kieler Forschungswerkstatt bei den Gruppen und fragt noch einmal nach. Alle bereinigten Datensätze werden dann mithilfe eines Computers analysiert, um daraus Erkenntnisse über die Verbreitung von Plastikmüll in Fließgewässern zu gewinnen. Die von den Gruppen zurückgeschickten Netze werden gereinigt und für eine Weiterverwendung aufbereitet.

Wann wird ein Ergebnis vorliegen? Und wie können die Daten der Wissenschaft helfen, unsere Flüsse zu schützen?

Alle Daten liegen nun bei der Kieler Forschungswerkstatt und bei unserem Partnerinstitut in Chile. Die Wissenschaftler werten die Daten aller Projektgruppen aus. Bis in der groß angelegten Studie alles hieb- und stichfest ist, vergeht noch ein wenig Zeit. Aber bereits im März 2017 könnten einige vorläufige Ergebnisse zum Vorkommen von Makro- und Mikroplastik in Flüssen vorliegen. Natürlich halten wir alle auf dem Laufenden.


Oft gestellte Fragen (FAQ)

 

Für Jugendliche

Was ist Citizen Science?

Bei Citizen-Science-Projekten können sich an Wissenschaft interessierte Menschen direkt in den Forschungsprozess einbringen. Im Deutschen spricht man daher auch von Bürgerwissenschaften: Wissenschaftlerinnen und Forscher arbeiten mit Bürgerinnen und Bürgern Hand in Hand. Unsere Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“ ist eine Citizen-Science-Aktion und trägt zur Forschung über die Verbreitung von Makro- und Mikroplastik in und an deutschen Flüssen bei.

 

 

Wie können Schülerinnen und Schüler aus dem Vereinigten Königreich an der Aktion teilnehmen?

Hat deine Schule eine Partnerschule im Vereinigten Königreich? Wenn ja, stehen die Chancen gut, dass sie mitmachen können. Sprich deine Lehrerinnen oder Lehrer auf die Aktion an. Wollt ihr eine Projektgruppe gründen, muss sich die Lehrkraft der deutschen Schule mit uns in Verbindung setzen – wir helfen dann bei der Organisation der Forschungsreise eurer Partnerklasse nach Deutschland.

Wer betreut die Forschungsarbeit auf wissenschaftlicher Seite?

Partner der Aktion ist die Kieler Forschungswerkstatt (ein Labor für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen), die unter der Leitung von Prof. Dr. Thiel (Universidad Católica del Norte in Coquimbo, Chile) gemeinsam mit Expertinnen und Experten die erhobenen Daten auswertet. Die Kieler Forschungswerkstatt wird unterstützt vom Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ an der Christian-Albrechts-Universität und dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), Kiel.

Was ist eine Projektgruppe?

Eine Projektgruppe sind alle unter einem selbstgewählten Namen zusammengefassten Teilnehmer (Schulklasse, Jugendgruppe etc.) der Jugendaktion „Plastikpiraten“ – mindestens sechs Personen. Jugendliche aus dem Vereinigten Königreich können nur als Teil einer Schulklasse und zusammen mit einer deutschen Partnerschule eine Projektgruppe bilden. Während der Aktion selbst teilt sich diese Projektgruppe noch einmal in fünf bis sechs Untergruppen auf, die unterschiedliche Forschungsarbeit leisten. Mehr dazu findet ihr auch im Aktionsheft

Können auch Einzelpersonen teilnehmen?

Die Aktion „Plastikpiraten“ ist aus gutem Grund eine wissenschaftliche Gemeinschaftsleistung. Eine Einzelperson ist der wissenschaftlichen Arbeit in der Kürze der Zeit kaum gewachsen. Außerdem spielt der Vernetzungsgedanke eine sehr wichtige Rolle. Aus diesem Grund können keine Einzelpersonen an der Aktion teilnehmen.

Wie werden die Daten erhoben?

Die Datenerhebung findet auf einer Exkursion zu einem Fließgewässer in Deutschland statt. Bis zu sechs Kleingruppen beschäftigen sich dort mit der Jagd auf Plastikmüll. Wie das abläuft und was dabei genau zu tun ist, wird im Aktionsheft erklärt.

Welche Aufgaben sind zu erfüllen?

Von der Messung der Fließgeschwindigkeit des Flusses über die Probennahme am Ufer und im Wasser bis hin zur akribischen Zusammenfassung der Ergebnisse arbeitet die Projektgruppe nach wissenschaftlichen Standards. Die genauen Aufgabenstellungen finden sich im Aktionsheft.

Wie werden die Daten übermittelt?

Die Eingabe der Messergebnisse findet im Internet auf der deutschen Website der „Plastikpiraten“ statt. Genaueres dazu steht im Aktionsheft.

Wo sind die Ergebnisse der Datenerhebung sichtbar?

Die Daten werden auf einer digitalen Deutschlandkarte präsentiert. Diese Karte ist nur über die deutsche Website abrufbar.

Wie lauten die Teilnahmebedingungen?

Natürlich gibt es bei der Aktion „Plastikpiraten“ gewisse Regeln, die eingehalten werden müssen – allein schon, um die wissenschaftliche Belegbarkeit zu garantieren.

Die wichtigsten Regeln:

Die Aktion findet vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2017 statt – in diesem Zeitraum muss das Forschungsprojekt abgeschlossen sein, d. h. die Proben entnommen werden. Bis zum 15. Juli 2017 müssen die Forschungsdaten eingegeben werden. Die Daten finden Eingang in die Forschungsarbeit der Kieler Forschungswerkstatt unter der Leitung von Prof. Dr. Thiel.

Gibt es wichtige Termine, die ich einhalten muss?

Die wichtigsten Termine sind der Aktionszeitraum vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2017 und der letztmögliche Termin zur Online-Einreichung der Daten am 15. Juli 2017.

Wie alt muss man sein, um ein Plastikpirat werden zu dürfen?

Wenn du zwischen 10 und 16 Jahren alt bist, kannst du jederzeit an der Aktion teilnehmen, solange du dich als Teil einer Projektgruppe anmeldest.

Was ist der Aktionszeitraum?

Die Aktion läuft vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2017. Die in diesem Zeitraum erhobenen Daten müssen bis zum 15. Juli 2017 hochgeladen werden.

Was machen wir mit dem gefundenen Müll?

Nachdem die Daten erhoben sind und Fotos gemacht wurden kann der gefundene Müll aufgesammelt und entsorgt werden. Achtung! Bitte entsorgt nicht die Mikroplastikproben (betrifft Gruppe 4 und Zusatzgruppe), sondern schickt diese gut verschlossen zusammen mit dem Mikroplastiknetz an die Kieler Forschungswerkstatt.

 

Für Betreuer/-innen und Lehrer/-innen

Bis zu welcher Gruppengröße kann man an der Aktion teilnehmen?

Eine Projektgruppe braucht mindestens sechs Teilnehmer und sollte maximal 30 Jugendliche umfassen. Eine durch fünf oder sechs teilbare Zahl bietet sich an, da im Verlauf der Aktion mehrere Untergruppen gebildet werden sollen.

Für welche Schulfächer bietet sich die Beschäftigung mit dem Thema an?

Natürlich finden sich ganz klare Anknüpfungspunkte in den klassisch naturwissenschaftlich ausgerichteten Fächern wie Biologie, Geographie, Physik etc., aber auch die Geisteswissenschaften können sich mit den relevanten Fragestellungen beschäftigen. Die Aktion ist so angelegt, dass sich eine fächerübergreifende Bearbeitung (vielleicht in einer Projektwoche) geradezu anbietet. Auch nach Abschluss der offiziellen Plastikpiraten-Aktion können Schulklassen Informations- und Arbeitsmaterial bestellen und Proben sammeln.

Gibt es für die Exkursion besondere Aufsichtspflichten?

Die Gemeinschaftsarbeit im Forschungsfeld unterscheidet sich nicht von den üblichen Schulausflügen und den damit in Deutschland verbunden Anforderungen an die Aufsichtspflicht. Mit der Anerkennung der Teilnahmebedingungen übernehmen die Schulen, Vereine, Verbände etc. die Verantwortung für die teilnehmenden Jugendlichen aus Deutschland und Großbritannien.