Zur Elbschwimmstaffel
Ein neues Bakterium und Mikroplastik in der Elbe

Ein neues Bakterium und Mikroplastik in der Elbe

Erste Ergebnisse der Begleitforschung der Elbschwimmstaffel

Ein neues Bakterium und Mikroplastik in der Elbe

Die Schwimmerinnen und Schwimmer der Elbschwimmstaffel wurden von Forschungsteams begleitet. Sie haben über die gesamte Strecke von dem Forschungsschiff „MS Elbegrund“ aus Proben genommen und die Wasserqualität, das Algenwachstum oder die Belastung durch Mikroplastik untersucht.

Die drei wissenschaftlichen Projekte MiWa, In_StröHmunG und WAQUAVID werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und von der TU Berlin, der TU Dresden und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordiniert und durchgeführt.

Bei den Probenahmen entlang der Elbe machte das WAQUAVID-Team des KIT eine interessante Entdeckung: Bei dem Fund handelt es sich möglicherweise um eine Cyanobakterien-Spezies, die bis dato in der Elbe noch nicht detektiert wurde. Sie wurde nur in sehr geringer Konzentration festgestellt und derzeit untersuchen die Forscherinnen und Forscher sie unter dem Mikroskop. Erst in einigen Wochen wird sicher feststehen, um welche Art es sich genau handelt. Der Fund ist spannend, da es manche Cyanobakterien-Spezies gibt, die seit einiger Zeit eine Herausforderung für die Trinkwasserreservoire in Europa darstellen, denn sie können sich trotz der geringen Nährstoffkonzentration in Gewässern, die zur Trinkwassergewinnung verwendet werden, fortentwickeln.

Eine weitere Erkenntnis des WAQUAVID-Forschungsteams betrifft die Verteilung der photosynthetisch aktiven Mikroalgen und Cyanobakterien in Abhängigkeit zur Strömung in den Gewässern. Im Rahmen einer Hyperspektralmessung zur Erfassung von Mikroalgen und Cyanobakterien wurde festgestellt, dass die Stärke der Strömung in Zukunft durch mathematische Korrekturverfahren in die Auswertung miteinbezogen werden muss. Die dafür benötigten Algorithmen werden im Anschluss der Staffel von den Forscherinnen und Forschern entwickelt und angewandt.

Mikroplastik aufgetaucht

Das Verbundprojekt MiWa erarbeitet Methoden und Kriterien für die Bewertung von Mikroplastik. Durch die Elbschwimmstaffel war es den Forscherinnen und Forschern der TU Berlin erstmals möglich, Umweltproben aus der Elbe zu gewinnen, mit denen verschiedene analytische Verfahren zur Identifizierung und Quantifizierung von Mikroplastik getestet, weiterentwickelt und untereinander verglichen werden können. Je nach Wahl der Filtergröße wurde teilweise ein sehr hoher Feststoffgehalt aus dem gefilterten Elbewasser gewonnen. Die Proben müssen im Anschluss sehr aufwändig aufbereitet werden, um Störstoffe, wie natürliche Schwebstoffe oder mitgeführtes Sediment, zu entfernen.

Um erste Ergebnisse zur Mikroplastikbelastung in der Elbe zu erhalten, sind also noch einige Schritte nötig. In den verschiedenen Laboren des Forschungsteams werden die entnommenen Proben nun mit unterschiedlichen Analyseverfahren untersucht. Da die Auswertung sehr zeitaufwändig ist, werden die ersten Ergebnisse erst im Laufe des Kalenderjahres erwartet. Im Fokus der Untersuchung stehen vor allem Fasern, die mit mehreren Millimetern Länge in den Elbe-Proben dokumentiert wurden. Die Forscherinnen und Forscher werden diese Funde nun im Labor untersuchen, um festzustellen, ob es sich dabei um Plastik-Strukturen handelt.

Einblick in die Hochwasserforschung

Das ReWaM–Projekt In_StröHmunG begleitete die Elbschwimmstaffel mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Beiträgen. Im Mittelpunkt stand die Sensibilisierung und Aufklärung der Zuschauerinnen und Zuschauer über nachhaltige Antworten zum Hochwasserrisikomanagement und naturnahe Gewässerentwicklung. Aber auch die Interaktion von gewässerökologischen Entwicklungen und der Hochwasserschutz wurden im Rahmen der Elbschwimmstaffel besprochen und sollen vor allem eine Grundlage für das Verständnis von aktuellen ökologischen Anforderungen bilden.

Mit einem Blick durch das Mikroskop konnte man lebende Kleintiere wie den Flussflohkrebs beobachten und Wissenswertes über die Tierwelt der Elbe lernen. Passend zum Motto der Elbschwimmstaffel „Das Meer beginnt hier“ stellte ein Beobachter fest, dass „Flohkrebse ja aussehen wie kleine Garnelen“.

 

26.07.2017

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