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Lisa-Marie auf See – Abenteuer Forschungsschiff statt Klassenzimmer

Tipp

Lisa-Marie auf See – Abenteuer Forschungsschiff statt Klassenzimmer

Direkt von Bord – ein Expeditionsblog des Forschungsschiffs MARIA S. MERIAN

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er viel erzählen!“ (Zitat: Matthias Claudius)

Der dritte Expeditionsblog der Fahrt MSM61 der MARIA S. MERIAN

Und das kann ich, Lisa-Marie, Schülerin aus Schleswig-Holstein und Mitglied des Freitags-Forscher-Clubs am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel von der Forschungsfahrt MSM61 auf der MARIA S. MERIAN besonders viel. Wahnsinnig spannend, aufregend und ein bisschen anstrengend – so in etwa würde ich meine erste Forschungsfahrt in wenigen Worten beschreiben. Ich habe das große Glück, bei dieser Expedition nördlich der Kapverden dabei zu sein.

Nachdem die zuvor von Vielen prophezeite Seekrankheit bei mir glücklicherweise ausgeblieben ist, konnte ich sofort alle Geschehnisse auf der MARIA S. MERIAN beobachten. Ob das Aussetzen von technischen Geräten für Langzeitmessungen auf dem Unterwasserberg Senghor Seamount oder die Analyse von Wasserproben und Daten – geforscht wird rund um die Uhr. Am besten ist es natürlich, wenn man selbst Hand anlegen darf und die aus einer CTD-Fahrt gewonnen Daten analysiert oder mit Hilfe der Winkler-Titration den Sauerstoffgehalt im Wasser bestimmt. CTD? Winkler-Titration?

Vor Fahrtbeginn waren das für mich auch noch Fremdworte. Die CTD ist eine Tiefseesonde, die Abkürzung steht für Conductivity, Temperature, Depth, also die Leitfähigkeit, die Temperatur und die Tiefe. Auf jeder Station wurde ein Wasserkranzschöpfer mit integrierter CTD-Sonde angebracht, um Wasserparameter zu messen und Wasserproben aus den gewünschten Tiefen nach oben zu holen. Denn für jede Wasserprobe wurde der Sauerstoffgehalt gemessen. Die Methode dafür heißt Winkler-Titration. Ebenso interessant ist das Mikroskopieren des Zooplanktons, welches zuvor bei einer Fahrt des MultiNets gefangen worden ist. Es ist ein bisschen wie bei einem Überraschungsei: Man weiß nie, was einem dieses Mal ins Netz gegangen ist.

„Man muss flexibel sein!“ Dieser Satz, so finde ich, passt perfekt für die Arbeit auf einem Forschungsschiff. Es läuft nur selten etwas so, wie es im Voraus geplant war. Beispielsweise ist es immer besonders aufregend, wenn Langzeitmessgeräte auf dem Unterwasserberg montiert oder andere Geräte ausgesetzt werden. Dabei stellt sich beinahe ständig die Frage, ob beim Aussetzen und Einsatz unter Wasser alles funktionieren wird. Bei Problemen müssen die Geräte teilweise wieder eingeholt werden. Anschließend wird dann gemeinsam nach einer Lösung gesucht und der Fehler behoben, sodass die Geräte sogar umgehend wieder ausgesetzt werden könnten.

Dennoch gibt es auch kurze Wartezeiten zwischen zwei Stationen. Dann kann man auf den scheinbar nie endenden Atlantischen Ozean blicken und – wenn man Glück hat – Delfine oder verschiedene Fische im Wasser sehen.

Natürlich ist es auch hin und wieder schön, etwas von zu Hause zu hören. Dort wird häufig geschaut, wo sich die MARIA S. MERIAN zurzeit befindet und welche neuen Blogeinträge bereits verfasst worden sind. Zusätzlich werden dann die immer gleichen Fragen gestellt: Wie ist die Stimmung? Wie sind die Leute? Was steht als nächstes an? Meine Antwort lautet dann immer ganz klar: Die Stimmung ist super, das Team perfekt und alle haben gute Laune und sind immer hilfsbereit.

Für mich ist diese Forschungsfahrt auf der MARIA S. MERIAN ein ganz besonderes Erlebnis. Die Erfahrung machen zu dürfen, die Forschung aus erster Hand zu betrachten, selbst mitwirken zu können und dabei Forscherinnen und Forschern, auch aus anderen Nationen, zuzuschauen, finde ich wahnsinnig spannend. Für diese tolle Gelegenheit lohnt es sich definitiv, ein wenig Schulzeit zu verpassen.

Liebe Grüße von der MERIA S. MERIAN

Lisa-Marie Ode


Interessierte Nutzerinnen und Nutzer hatten die Möglichkeit während dieser Fahrt Fragen zu stellen. Die Antworten wurden in Form von Videoantworten an Bord direkt aufgezeichnet. Hier finden Sie die Videoantworten.


Weitere Informationen:

Die Mitfahrt von Lisa-Marie wurde über den Sonderforschungsbereich 754 "Klima - biogeochemische Wechselwirkungen im tropischen Ozean" (kurz: SFB 754) ermöglicht. Die Schülerarbeit ist Teil des SFB 754 Outreach Programms.

Das durch die DFG geförderte und vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und der Universität Kiel durchgeführte Projekt befasst sich mit dem Thema der Bedeutung von Sauerstoffminimumzonen im tropischen Ozean.

www.oceanblogs.org/capeverde/

Hier geht's zum ersten Expeditionsblog der Fahrt MSM61

Hier geht's zum zweiten Expeditionsblog der Fahrt MSM61