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Erste Aal-Larven in der Konvergenzzone

Tipp

Erste Aal-Larven in der Konvergenzzone

Direkt von Bord – ein Expeditionsblogbeitrag des Forschungsschiffs Walther Herwig III

Erste Aal-Larven in der Konvergenzzone

Der dritte Expeditionsblog-Beitrag der 404. Fahrt der Walther Herwig III

Von der Forschungsreise berichtet das wissenschaftliche Team

20. März 2017: Zu den Laichgründen der Aale

Nachdem uns ein Lotse durch die unübersichtlichen Seewege der Koralleninseln Bermudas navigiert hat, geht die „heiße Phase“ der Reise los. Während der zweitägigen Anfahrt zur ersten Probennahmestation findet das obligatorische Sicherheitstraining statt und weitere Vorbereitungen können getroffen werden. Anschließend beginnt die Arbeit im Bereich der subtropischen Konvergenzzone. Entlang dieser Linie treffen Wassermassen unterschiedlicher Temperatur aufeinander.

Hier vermuten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Laichgründe sowohl des Europäischen als auch des Amerikanischen Aals, denn nur hier wurden bisher die kleinsten und jüngsten Lebensstadien der beiden Arten gefunden. Trotzdem ist es in mehr als 100 Jahren Forschung noch nicht gelungen, Eier oder laichende Aale im Bereich der Sargassosee zu fangen. Es gibt also noch viel zu entdecken. Doch das eigentliche Ziel der Expedition ist es, besser zu verstehen, warum die Aalbestände so dramatisch zurückgehen.

23. März 2017: Erste Aal-Larven gefangen

Die erste Station, ganz im Süden des Untersuchungsgebiets, ist erreicht. Wir beginnen mit der Probennahme. Unser wichtigstes Gerät: das sogenannte Isaac-Kidds-Midwater-Trawl (IKMT). Wir schleppen das engmaschige Netz in Tiefen bis 300 Meter hinter dem Schiff her und fangen damit Plankton-Organismen. Neben winzigen Krebstieren, Pfeilwürmern, Flügelschnecken, Borstenwürmern, Medusen, Salpen und anderen Organismen sind auch die Larven von Tintenfischen und Fischen Teil des Planktons der Sargassosee.

Diese Umgebung scheint für die jungen Larvenstadien des Aals, die als Weidenblattlarven bezeichnet werden, entscheidende Vorteile zu bieten. Nur deshalb schwimmen erwachsene Aale Tausende von Kilometer, um ihrem Nachwuchs ein Überleben zu sichern. Einige Aal-Larven sind uns bereits ins Netz gegangen. So wie die Larven anderer aalartiger Fische werden sie bestimmt und vermessen und anschließend für weiterführende Untersuchungen konserviert. Die Mannschaft nennt das IKMT liebevoll „Fliegennetz“. Denn auf der Walther Herwig III – einem waschechten Fischereiforschungsschiff – ist man eigentlich schwereres Gerät gewohnt. Doch auch das soll noch zum Einsatz kommen. Wir werden berichten!