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Fragen aus allen Buchten des Meeres

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Fragen aus allen Buchten des Meeres

Ein Interview mit den geistigen Vätern des Blauen Telefons

Fragen aus allen Buchten des Meeres

Ein Interview mit den geistigen Vätern des Blauen Telefons

Nikolaus Gelpke, Meeresbiologe und Verleger, ist Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift „mare“. Albert Gerdes war bis Januar 2016 für die Öffentlichkeitsarbeit des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften verantwortlich, im Wissenschaftsjahr 2016*17 stellt er im Auftrag des Konsortiums Deutsche Meeresforschung (KDM) seine Expertise als Koordinator zur Verfügung. Beide geben einen kurzen Einblick in die Geschichte des Blauen Telefons.

Herr Gelpke und Herr Gerdes, Sie beide kann man als Väter des Blauen Telefons bezeichnen. Verraten Sie uns, wie die Idee entstanden ist?

Nikolaus Gelpke: Die Ehre, das Blaue Telefon erfunden zu haben, gebührt Albert Gerdes. Er war 1997 für die Öffentlichkeitsarbeit des MARUM verantwortlich und er hatte tolle Ideen. Er wollte den direkten Draht zu Bürgerinnen und Bürgern und als er mit seiner Idee an uns herantrat, waren wir sofort begeistert.

Albert Gerdes: Eine Telefon-Hotline in Verbindung mit entsprechenden Medienpartnern schien mir das geeignete Mittel zu sein, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Es gab dazu eine Anregung aus Großbritannien – ich hatte von einer Science Hotline erfahren, die von britischen Wissenschaftskommunikatoren betrieben wurde.

Albert Gerdes war bis Januar 2016 für die Öffentlichkeitsarbeit des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften verantwortlich.

Nikolaus Gelpke, Meeresbiologe und Verleger, ist Herausgeber und Chefredaktor der Zeitschrift „mare“.

Welcher Art sind die Fragen, die gestellt werden – hochwissenschaftlich oder eher skurril?

Nikolaus Gelpke: Die Fragen stammen aus allen Buchten des Meeres: Sie sind oft skurril und überraschend einfach, wie zum Beispiel die Frage, ob Möwen schlafen. Teilweise sind die Fragen schwierig zu beantworten, manche sind hoch komplex und sehr spezifisch. Aufgeweckte Schüler und Studenten versuchen, sich vom Blauen Telefon ihre Hausarbeitsthesen beantworten zu lassen – es ist alles dabei, so vielfältig wie das Meer selbst.

Albert Gerdes: In den ersten Jahren gab es zusätzlich eine Kooperation mit Radio Bremen. Allwöchentlich montags um 14 Uhr gab es eine Live-Sendung mit der Möglichkeit eines Call-In. In jeder der etwa zehnminütigen Strecken wurde eine vorbereitete Frage erörtert bzw. beantwortet und ein bis zwei neue, spontan gestellte Fragen beantwortet. Da diese nur selten aus dem Stegreif hinreichend beantwortet werden konnten, wurde sie eine Woche später als vorbereitete Frage wieder aufgegriffen.

Hat es gemeine Fragen gegeben, die bis heute auf eine Antwort warten?

Nikolaus Gelpke: Die menschliche Neugierde ist eine schier unerschöpfliche Quelle und tatsächlich gibt es Fragen, die nicht zu beantworten sind. Sie sind im Wesentlichen Fragen zu Prognosen maritimer Entwicklungen.

Albert Gerdes: Gemeine Fragen hat es nicht wirklich gegeben, wohl aber einige wenige, die wir bislang noch nicht geknackt haben. Zum Beispiel die, was es mit dem „römisch-katholischen“ Anlegen im Mittelmeer auf sich hat.